23.01.2020 - 17:24 Uhr
AmbergOberpfalz

Grund und Boden hoch geschätzt vor Ort und in neuer Ausstellung

500 Trupps sind täglich in Bayern unterwegs, um Grund und Boden zu vermessen. Viel Aufwand, der zur Wertermittlung und Besteuerung betrieben wird. Zwei wichtige Themen, die eine Ausstellung im Staatsarchiv ins Licht der Öffentlichkeit holt.

Werkzeug und Geräte, die einst und heute zur Vermessung und Bodenwertermittlung gehören, zeigt die Ausstellung in Schaukästen und teils interaktiv.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Dr. Maria-Rita Sagstetter, die Leiterin des Hauses in der Archivstraße, verfolgt über den Zweck ihrer Einrichtung hinaus ein weiteres Ziel: Sie möchte bei anderen Behörden und öffentlichen Stellen das Bewusstsein fördern, dass deren Arbeit bleibenden Wert hat - für die Archive und damit für die Nachwelt, die dort auch Jahrzehnte und Jahrhunderte später noch in verlässlichen Unterlagen und Aufzeichnungen recherchieren können soll.

Das, was das heutige Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung sowie seine Vorgänger und die Finanzämter - beide sind mit Grund und Boden befasst - an Daten zu diesem Thema zu bieten haben, ist nach Sagstetters Worten neben den Steuer- und Wertaspekten "interessant für die Wirtschafts- und Landwirtschaftsgeschichte" des Freistaats.

Das will auch die Ausstellung vermitteln, die am Mittwochnachmittag eröffnet wurde und den Titel trägt: "Grund und Boden - hoch geschätzt: Die Bodenschätzung in der Oberpfalz von analog bis digital". Nachdem eine gerechte Verteilung der Lasten nach Besitzgröße und Wirtschaftskraft seit jeher ein Grundanliegen der Besteuerung von Grund und Boden war, verdeutlicht die Schau mit rund 60 Exponaten auch die Vorgeschichte: Besitzverzeichnisse und Steuerbücher aus Mittelalter und früher Neuzeit sowie Katasterunterlagen aus dem 19. Jahrhundert geben einen Einblick in die Steuerbemessung vor der Bodenschätzung.

Handgezeichnete Karten aus dem 17. und 18. Jahrhundert vermitteln ferner einen optischen Eindruck von Landschaften in vorindustrieller Zeit. Neben der Dokumentation der Schätzungsergebnisse auf Papier wird die moderne digitale Arbeitsweise aber genauso erklärt, und die Verarbeitung der Geodaten im Automatisierten Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS) sowie ihre Auswertungsmöglichkeiten über das Geoportal Bayern sind weitere Themen.

Damit soll die Bodenschätzung nicht nur in den größeren Rahmen der Geschichte des Steuerwesens gestellt, sondern auch ein Bogen geschlagen werden von der analogen zur digitalen Geodatenverwaltung, erläuterte Sagstetter den über 50 Gästen, die zur Eröffnung gekommen waren und von Dr. Margit Ksoll-Marcon, der Generaldirektorin der Staatlichen Archive Bayerns, begrüßt wurden.

Nicht fehlen durften Hubertus König, der Leiter des Finanzamts Weiden, und Wolfgang Bauer, Präsident des Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. Beide Behörden sind Kooperationspartner der Ausstellung und stellten ihre Schätze zur Verfügung, wobei Bauer auch auf die modernen und neuen Möglichkeiten der Datenrecherche per Augmented Reality und in 3D auf der Homepage Bayern-Atlas aufmerksam machte.

Die Bodenschätzung ist Aufgabe der Finanzämter, die die Ergebnisse in Schätzungskarten und -büchern erfassen und an die Vermessungsverwaltung weitergeben. Diese ist zuständig für die Fortführung des digitalen Datenbestands in ALKIS sowie für den Vertrieb der ermittelten Resultate, was beide Behördenchefs mit ihren jeweiligen Aufgabenschwerpunkten darstellten.

Die Ausstellung ist bis 28. Februar im Staatsarchiv an der Archivstraße 3 zu sehen (Eingang Weißenburger Straße). Die Öffnungszeiten sind jeweils Montag und Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, Dienstag und Mittwoch zwischen 8 und 18 Uhr sowie freitags bis 13.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Führungen für Gruppen können unter 09621/307-911 oder poststelle[at]staam.bayern[dot]de vereinbart werden.

Vermessungsdirektor Joachim Gesierich, Landesamtspräsident Wolfgang Bauer, Staatsarchivchefin Dr. Maria-Rita Sagstetter, Generaldirektorin Dr. Margit Ksoll-Marcon und Weidens Finanzamtsleiter Hubertus König (von links) sind stolz auf ihre Gemeinschaftsausstellung im Archiv.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.