14.05.2020 - 16:16 Uhr
AmbergOberpfalz

Herding Filtertechnik bleibt sich treu

Die einstigen Firmengründer Walter Herding und Gerhard Stich übergeben ihre Aufgaben und Posten jeweils an ihre Söhne Urs Herding und Andreas Stich. Es ist ein fließender Übergang bei der Filtertechnik GmbH.

Walter Herding (rechts) überträgt seinem Sohn Urs die Verantwortung für das Unternehmen.
von Externer BeitragProfil

Die Firmengründer Walter Herding und Gerhard Stich übergeben ihre Aufgaben und Posten jeweils an ihre Söhne Urs Herding und Andreas Stich. Es ist ein fließender Übergang bei der Filtertechnik GmbH. Die Nachfolge ist bei Herding kein Thema, sondern laut Firmenangaben "krisensicher in vertrauter Familienhand". Nahezu geräuschlos und fließend sei der Generationswechsel über viele Jahre hinweg erfolgt. Strategische Entscheidungen seien zwischen den Firmengründern Walter Herding und Gerhard Stich sowie den Söhnen Urs Herding und Andreas Stich in enger Abstimmung gemeinsam getroffen worden. Der große Umbruch bleibe folglich aus. Seit 2005 leitet der promovierte Maschinenbauer Urs Herding das unabhängige Unternehmen in zweiter Generation. Als geschäftsführender Hauptgesellschafter ist er seit einem Monat Sprecher der Herding-Gruppe. Elektrotechnikermeister Andreas Stich kam 2012 als stellvertretender Leiter der Endmontage ins Unternehmen. Inzwischen ist er in Vertretung der Produktionsleitung für das Personal verantwortlich. Nun tritt er als Gesellschafter in die Fußstapfen seines Vaters Gerhard. Die beiden neuen Gesellschafter freuen sich auf die Zukunft. "Zwar gibt es derzeit bestimmt eine herausfordernde Zeit, aber Herding ist für die Zukunft sehr gut aufgestellt. Das Unternehmen ist in wichtigen Zukunftsmärkten aktiv, wie zum Beispiel in der Batterie-Industrie oder Additivem Metalldruck", werden Urs Herding und Andreas Stich in einer gemeinsamen Presseerklärung zitiert, in der auch steht: "Neben all der internationalen Präsenz legen wir hohen Wert auf den Standort Amberg und sind stolz darauf, dass viele unserer äußerst engagierten und hoch qualifizierten Mitarbeiter langjährig bei uns tätig sind. Ohne sie wäre der Erfolg von Herding nicht möglich."

Wie der Vater, so der Sohn: Das trifft auch auf Gerhard (links) und Andreas Stich zu.
Info:

Aus der Firmengeschichte der Herding Filtertechnik GmbH

Bei fast allem, was hergestellt wird, entsteht Staub, der Mensch und Umwelt belastet. Um das zu verhindern, gibt es Filter, die in der Industrie bei der Produktion von Gütern aller Art dafür sorgen, dass der Staub abgesaugt und gefiltert wird.

Als sich Walter Herding vor 43 Jahren in Amberg selbstständig machte, bestanden diese Filter laut Firmenangaben aus Papier oder Gewebe. Bei dieser Art der Filterung setzt sich Staub im Laufe der Zeit in der Tiefe des Materials fest und macht den Austausch des Filters erforderlich. Dann müssen die Maschinen abgeschaltet werden, die Produktion steht still und es entstehen Ausfallzeiten. Das wiederum kostet Geld. Angespornt von der Vision eines ökonomischen und ökologischen Filtermediums, beginnt Walter Herding sich mit neuen Materialien zu beschäftigen. Die Herstellung der Anlagen erfolgt beim Ein-Mann-Betrieb von Gerhard Stich in Raigering, der 1980 als weiterer Gesellschafter in die Firma eintritt. Als eine der ersten Firmen siedelt sich die Herding GmbH im Industriegebiet Nord an. Die eigentliche Erfolgsgeschichte beginnt mit der Erfindung und Patentanmeldung des Sinterlamellenfilters. 1981 gelingt es den Jungunternehmern, ein starres Filterelement auf den Markt zu bringen, das aus Kunststoff, genauer gesagt Polyethylen, besteht. Es wird in Eigenfertigung mit einer Beschichtung, ähnlich wie bei einer Teflonpfanne, versehen. Das bietet einen wirksamen Schutz vor Staubeinlagerungen. Der Staub bleibt auf der Oberfläche und wird in bestimmten Abständen mit Hilfe von Druckluft beziehungsweise -gas entfernt.

Die folgenden Jahre sind geprägt von einem dynamischen Wachstum. Herding hat sich seither laut eigenen Angaben zu einem der weltweit führenden Hersteller industrieller Filtersysteme entwickelt. Aus dem ursprünglichen Zwei-Mann-Büro ist ein Unternehmen mit weltweit 450 Mitarbeitern geworden, der Amberger Stammsitz ist auf ein 85.000 Quadratmeter großes Firmengelände angewachsen. Die Zukaufteile stammen zu 95 Prozent von deutschen Lieferanten, wobei der Fokus auf regionalen Zulieferern liegt.

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