28.11.2018 - 15:09 Uhr
AmbergOberpfalz

Herzrhythmusstörungen: Wenn der Sinusknoten spinnt

Wenn der Taktgeber im Herz nicht einwandfrei arbeitet, kann es das ganze Organ nicht. Folge: Herzrhythmusstörungen. Häufigste Form ist das Vorhofflimmern. Es steht beim Ratgeber Gesundheit am Klinikum während der Herzwochen im Fokus.

Dr. Christoph Birner ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I. In diesem Fall untersucht er das Herz eines Patienten per Ultraschall. Beim Ratgeber Gesundheit referiert der Mediziner über das Vorhofflimmern.
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Dr. Christoph Birner, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I, erklärte den 200 Interessierten, dass der Sinusknoten im Herzen elektrische Impulse erzeugt und diese an das Herz weitergibt. Das Organ zieht sich daraufhin zusammen und pumpt das Blut in den Körper. Beim Vorhofflimmern ist diese Reizbildung und -weiterleitung gestört. Die Herzvorhöfe nehmen nicht mehr an der normalen Herzfunktion teil. Sie füllen laut Birner die Herzkammern normalerweise bis zu 40 Prozent.

Der Experte wörtlich: "Weil sich die Vorhöfe wegen der gestörten Impulse aber nicht mehr geordnet zusammenziehen, sondern nur noch zucken und flimmern, geht diese Füllung dem Herzen verloren." Vor allem ältere Menschen würden das oft gar nicht bemerken: "Bei diesen Patienten wird das Flimmern oft bei einem Routine-EKG festgestellt." Treten Symptome auf, sind diese meist leider sehr unspezifisch: Herzstolpern, ein Druckgefühl im Brustkorb, Schwindel oder Atemnot. Wer das bei sich feststellt, "sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen", sagt Dr. Birner.

Ist das Vorhofflimmern diagnostiziert, geht es an die Behandlung, die auf zwei wichtigen Säulen basiert: "Zum einen müssen wir natürlich die Rhythmusstörungen behandeln. Zum anderen müssen wir die Patienten aber auch vor einem Schlaganfall schützen." Denn: In den Vorhöfen gibt es sogenannte Blindsäcke. Das sind kleine Aussackungen, in denen das Blut steht, wenn das Herz nicht mehr ordentlich schlägt. Dieses Blut kann gerinnen. Die Gerinnsel können sich ablösen und andere Gefäße verstopfen und einen Infarkt auslösen. Deshalb müssen die betroffenen Patienten Gerinnungshemmer nehmen, um das Blut zu verdünnen und solche Gerinnsel zu vermeiden.

Der Nachteil der gängigsten Medikamente: Die Blutungsneigung wird erhöht. "Da müssen wir sehen, dass das Verhältnis stimmt: Wir können das Schlaganfallrisiko jedes Patienten berechnen. Ziel der Behandlung ist es, dass der schützende Effekt der Gerinnungshemmer wesentlich höher ist, als die Gefahr, die man durch eine Blutung erwartet." Aber was tun, wenn Patienten ein hohes Schlaganfallrisiko und ein hohes Blutungsrisiko haben? Der Mediziner: "Das ist zum Glück sehr selten, aber auch da gibt es heutzutage einen guten Weg. Wir können über die Leiste eine Art Stöpsel einführen, mit dem wir den Blindsack im Vorhof verschließen. So kann dort zwar ein Gerinnsel entstehen, es kann aber nicht mehr heraus und so auch keinen Infarkt im Körper verursachen."

Grundsätzlich gelte: "Nicht rauchen, gesunde Ernährung, wenig Alkohol und Koffein, Stress abbauen - das alles wirkt sich günstig auf die Herzgesundheit aus."

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