Im großen Festsaal der Karl-Franzens-Universität zu Graz überreichte in einer feierlichen Zeremonie vor über 200 Tagungs- und Ehrengästen die „Österreichische Wachkomagesellschaft“ den Jahrespreis 2018 an den Bundesvorsitzenden des Verbands Schädel-Hirn-Patienten in Not, Armin Nentwig.
Diese höchste Auszeichnung der „Österreichischen Wachkomagesellschaft“ und einzige der Neuro-Reha Österreichs sei bisher nur an führende Professoren in Forschung und Medizin sowie Bundesminister verliehen worden, teilt der Verband mit. Erstmals gehe der Preis nun an einen betroffenen Vater.
„Sie sind 30 Jahre Motor, Antrieb und Gestalter der Neurologischen Rehabilitation in Deutschland und Europa, sowie Geburtshelfer der Österreichischen Wachkomagesellschaft.“ Mit diesen Worten habe der Vorsitzende und Chefarzt Dr. Gerald Pichler die Ehrungsrede eröffnet. Dabei habe er den Aufbau der "einzigartigen deutschen Neurorehabilitation in allen Phasen" hervorgehoben und dies auch als „Lebenswerk“ von Armin Nentwig bezeichnet.
Mit viel Applaus hätten die Anwesenden die Überreichung des Preises begleitet. Die Auszeichnung ist benannt nach Professoer Dr. Franz Gerstenbrand, der als erster Medizinforscher das Krankheitsbild des „Apallischen Durchgangssyndroms“ (Wachkoma) beschrieb und erforschte.
Bewegt schilderte Nentwig laut Presse-Info in Graz wie schwer der Kampf in den 30 Jahren gegen fast alle Neurologen Europas war. Diese hätten demnach die Gruppe der „Apalliker“ (Wachkoma-Patienten) grundsätzlich als willkommene Rundum-Organspender benutzen wollen. Nentwig habe den Widerstand tausender betroffener Familien organisiert und das europäische Transplantationsprogramm „Biomed I und II“ zu Fall gebracht. Stattdessen hätten die Betroffenen mit wohlmeinenden Medizinern, Therapeuten, Pflegekräften und Investoren die neurologische Rehabilitation aufgebaut.
Über 100.000 betroffene Familien im Bundesgebiet seien in den vergangenen 30 Jahren von der bundesweiten Notruf- und Beratungszentrale in Amberg informiert, beraten und meist umfassend betreut worden. Der Bundesverband beschäftigt hier sechs Mitarbeiterinnen.
„Für mich ist dieser Preis eine große Überraschung, Ehre, Freude und zusätzliche Motivation weiter zu kämpfen“, erklärt Nentwig. Er betrachte diese Auszeichnung als Ehrung aller Menschen in Medizin, Therapie, Pflege und Sozialpolitik, die sich um die Betroffenengruppe für Menschen mit Kopfverletzung wie Schädelbasisbruch, Reanimation, Schlaganfall, Gehirnblutung, Koma, Wachkoma, Herzinfarkt und sonstige Gehirnschädigungen verdient gemacht haben. "Für diese Betroffenen hatte es vorher fast keine Versorgung im gesamten Bundesgebiet gegeben."

















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