Amberg
07.04.2019 - 15:53 Uhr

Inszenierung entkernt Shakespeare

Mit seiner siebten Inszenierung wagt sich der Jugendclub des Stadttheaters an einen großen Klassiker und bringt Shakespeares Macbeth auf die Bühne - in seiner unverwechselbaren, eigenen Art.

Der Jugendtheaterclub tritt zweimal mit "Projekt Macbeth" auf. Bild: Stadttheater Amberg/exb
Der Jugendtheaterclub tritt zweimal mit "Projekt Macbeth" auf.

"Fair is foul and foul is fair": Der Spruch der Hexen ist das Grundprinzip für alle Personen, ihre Motivationen und ihr Handeln. Wer nach oben strebt, Macht- oder Prestige-Position verteidigt, handelt so. Auch die "Guten" - Duncan, Malcolm, Macduff, Banquo - sind ambivalente Figuren; es ist gar nicht so sicher, wie es um ihre Moral bestellt ist. Sogar Fleance, Banquos kleiner Sohn, möchte einen höheren Rollenanteil als den, den ihm Shakespeare zubilligt. Die Hexen (mehr als drei) beanspruchen ebenfalls mehr gestalterischen Spielraum. Der Pförtner bekommt eine Pförtnerin an die Seite, so dass seine Philosophie über die Wechselwirkung von Alkohol und Sex nicht nur die maskuline Position vertritt. Die Hauptfiguren, Lady Macbeth und Macbeth, werden vervielfältigt, was deren Differenziertheit und Monströsität besser erkennen lässt. Regisseur Winfried Steinl und der Jugendclub haben in "Projekt Macbeth" den Originaltext entkernt und eigene Texte sowie Live-Musik hinzugefügt. Brüche lockern die drastische Handlung auf - so wird auch in Schreckensszenen Komödiantisches herausgearbeitet.

Info:

Zwei Vorstellungen

Tickets für die Vorstellungen an den Samstagen, 11. und 18. Mai, jeweils um 19.30 Uhr im Stadttheater sind ab Dienstag, 9. April, für zehn Euro (ermäßigt sechs Euro) bei der Tourist-Info (10-12 33; tourismus[at]amberg[dot]de) und an der Abendkasse eine Stunde vor Vorstellungsbeginn erhältlich.

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