23.08.2019 - 10:47 Uhr
AmbergOberpfalz

Jagd auf den Kormoran mit Lockvögeln

Fischer und Teichwirte fürchten den Kormoran. Wie man den Fischräuber in Schach halten kann, war Thema eines Seminars. Bei der Jagd helfen Lockvögel.

Anhand von praktischen Beispielen demonstrierte der Referent die Platzierung der Lockvögel.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Es ging um Teichwirte, Angler und Fische: Die Optimierung der Kormoranvergrämung war Thema eines Seminars, zu dem der Kormoranmanager Tobias Küblbeck von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ins Heim der Hirschauer Anglerfreunde eingeladen hatte. Die effektive Bejagung des Fischräubers spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Jagd am Schlafbaum

Im ersten Teil der Veranstaltung berichtete Jacob Keller, Ranger im Landkreis Tirschenreuth, über seine erfolgreichste Methode der Vergrämung - die Bejagung am Schlafbaum. Dazu sei aber das Entdecken des Baumes notwendig - eine Aufgabe für den Teichwirt oder die Mitglieder eines Fischereivereins.

Dann gelte es, das Umfeld zu erkunden und auch für freies Schussfeld zu sorgen. In einer Aktion mit bis zu drei Jägern folge ein kurzfristiger Auftritt und Eingriff in der Natur.

In zweiten Teil ging es um den Einsatz von Lockvögeln. Auch hier sei es sehr wichtig, die Gewohnheiten der Wasserraben über deren Einflugszeit und Himmelsrichtung zu kennen. Hier könne man aber auf Erfahrungen der vergangenen Jahre zurück greifen.

Der Referent Martin Goller, ehrenamtlicher Kormoranberater im Bereich Coburg, zeigte anhand von mitgebrachten Utensilien, was unbedingt zur erfolgreichen Lockjagd gehört: Tarnung von Kopf bis Fuß, einschließlich Hände und Gesicht.

Im Mühlweiher wurde demonstriert, wie das Ganze praktisch abläuft. Die Zeltstangen können bis zu einer Länge von zehn Meter zusammengebaut werden. Ein Lockvogel wurde an einer exponierten Stelle im Baum angebracht und war gut sichtbar. Mit einem kräftigen Wurf wurde dann die schwimmende Attrappe ins Wasser befördert. An einem Stein angebunden, soll sie aber an einer langer Schnur noch der Strömung oder dem Wind ausgesetzt sein und sich bewegen. Dann sei die Fälschung fast nicht mehr erkennbar. Wenn sich dann noch Gänse- oder auch Reiherattrappen dazu gesellen, sollten sich die ankommenden Vögel in Sicherheit wiegen und in Schussweite kommen. Dazu sei aber der Aufbau eines Tarnstandes unerlässlich. Die Kursteilnehmer wurden aufgefordert, jetzt schon am eigenen Gewässer nach geeigneten Plätzen für die Lockjagd Ausschau zu halten; ebenso, dass dann freies Schussfeld und ein Kugelfang vorhanden seien.

Lockvogel reicht nicht

Eine klare Sache sollte es sein, dass Teichwirte oder Fischereivereine auf die Jäger zugehen und auch an den Vorbereitungen mitwirken. Dazu gehöre auch die Überwachung des Gewässers sowie die zeitnahe Rückmeldung über die beginnenden Einflüge. Und auch klar geworden ist allen Teilnehmern: Der Plastik-Lockvogel alleine bringt nicht den Erfolg. Vorbereitung, Durchführung, Umfeld - einfach alles muss passen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.