06.05.2019 - 11:16 Uhr
AmbergOberpfalz

In einem Jahr 1575 Ratsuchende bei Donum Vitae

Schwanger, oftmals ungewollt, kaum Arbeit, Schwierigkeiten mit dem Partner, im Job, wenig Geld und große Angst vor der Zukunft. Viele Frauen und Paare suchen Rat und Hilfe bei Donum Vitae.

Auch eine Personalie gehört zum Jahresrückblick von Donum Vitae: Ute Schieder (rechts) trat im Mai 2018 die Nachfolge von Hilde Forst als Leiterin der Beratungsstelle an.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Die staatlich anerkannte Schwangerenberatungsstelle Donum Vitae hat ihren Jahresbericht für 2018 veröffentlicht. Zur Beratungsstelle in der Schenklstraße 4 in Amberg gehören auch die Außenstelle Schwandorf und die Außensprechstunden in Sulzbach-Rosenberg.

Im vergangenen Jahr kamen laut Statistik 1575 Ratsuchende. Das ist ein leichtes Plus, 2017 waren es 1538. Aus dem Bericht geht hervor, dass 334 Frauen und Männer 2018 zum ersten Mal Unterstützung suchten. 244 Männer wurden mitberaten, das waren 19 mehr als im Vorjahr. Viele Fragen während der Schwangerschaft und nach der Geburt drehten sich um die finanzielle Absicherung der Familie in der Elternzeit.

Fehlende Informationen

Die wichtigsten Gründe für den Besuch bei Donum Vitae waren Unsicherheiten bei der Beantragung gesetzlicher Leistungen, die Angst, Fristen zu versäumen, die Suche nach Betreuungsmöglichkeiten für das Kind beim Wiedereinstieg in den Beruf, fehlende Informationen zu Kindschaftsrecht, das Sorgerecht und Unterhaltsansprüche. Die Mitarbeiterinnen verteilten laut der Pressemitteilung im Vorjahr an die Hilfesuchenden insgesamt 169 327,60 Euro, wobei 150 711,96 Euro aus der Landesstiftung für Mutter und Kind kamen. Der Rest stammt aus dem allgemeinen Hilfsfonds. Wörtlich heißt es in dem Schreiben von Leiterin Ute Schieder: "Leider sinken diese Mittel jährlich aufgrund der niedrigen Zinseinnahmen." Die Zahl der Konfliktberatungen nach Paragraf 219 sank von 176 im Jahr 2017 auf 155.

Auch die Prävention spielte eine Rolle: 378 Kinder und Jugendliche aus 20 Schulen in Amberg sowie den Landkreisen Schwandorf und Amberg-Sulzbach wurden in 24 Kursen aufgeklärt. Dank der Spende des Vereins Amberger Kinder helfen wurden die Baby-Simulatoren-Puppen, mit denen Schüler das Elternsein testen, auf den neuesten Stand gebracht.

2019 jährt sich die Gründung des Moses-Projekts (anonyme Geburt mit Freigabe zur Adoption) zum 20. Mal. Seitdem sind in Amberg laut Schieder 30 Moses-Kinder zur Welt gekommen. Hinzu kamen von 2014 bis 2018 neun vertrauliche Geburten, bei denen die Kinder mit 16 Jahren ihre Mütter kennenlernen können. Bei einigen Frauen konnte durch die engmaschige Begleitung durch die Schwangerenberaterin auch die Aufgabe der Anonymität erreicht werden. Seit der Gründung des Moses- Projekts haben laut Angaben von Donum Vitae bayernweit 100 Frauen anonym entbunden

Hohe Hemmschwelle

Auch um die Kinderwunsch-Beratung kümmert sich die Beratungsstelle. Hier sei die Hemmschwelle aber sehr hoch. Veranstaltungen zu diesem Thema seien eher wenig angenommen wurden. Donum Vitae arbeitet gemeinsam mit Medizinern an der Sensibilisierung für das Thema.

Im vergangenen Jahr wurden 163 Sternenkinder (Geburten mit einem Gewicht von unter 500 Gramm) auf dem Raigeringer Waldfriedhof beigesetzt, um Eltern einen Ort der Trauer geben zu können. Die Auslagen dafür werden durch Spenden finanziert.

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