16.12.2018 - 12:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Junge Griechen für Amberger Arbeitsmarkt: Trikala macht mit

Es ist eine Chance für Arbeitssuchende aus Griechenland. Und zugleich eine Möglichkeit für die Stadt, etwas gegen den Fachkräftemangel zu tun. In Trikala stellen die Amberger ein Programm vor, von dem beide Städte profitieren sollen.

Gemeinsam arbeiten sie an einer Lösung, die in Amberg und Trikala gleichermaßen helfen kann: Bürgermeisterin Sofia Alista, Oberbürgermeister Michael Cerny und sein griechischer Amtskollege Dimitris Papastergiou (vorne, von links), Udo Hensel von der WBS-Trainings AG (hinten links), Wirtschaftsförderer Christoph Fuchs (hinten, Vierter von links), Stadtkämmerer Franz Mertel (hinten Mitte), der Leiter der Arbeitsagentur Schwandorf, Markus Nitsch (Mitte, Sechster von rechts), und Sofia Tornikidou von der Bundesagentur für Arbeit (rechts).
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Die schwierige Arbeitssituation in Griechenland, gerade für junge Erwachsene, war bereits im vergangenen Jahr bei einem Treffen von Delegationen der Partnerstädte Amberg und Trikala Thema. Eines, das Spuren hinterlassen hat und bei OB Michael Cerny den Wunsch aufkommen ließ, tätig zu werden.

In Zusammenarbeit mit der Gewerbebau war damals die Idee geboren worden, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Denn auch auf dem Amberger Arbeitsmarkt ist die Situation nicht die einfachste. Stichwort Fachkräftemangel. In einer Pressemitteilung fasst es der OB so zusammen: "Griechische Talente suchen Arbeit und wir suchen Talente für unseren Arbeitsmarkt."

Niemanden abwerben

Bei einem Besuch in Trikala stellte eine Amberger Delegation nun in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur und der städtischen Wirtschaftsförderung einen Lösungsansatz vor. Mit am Tisch saßen Vertreter der griechischen Handwerks-, Industrie- und Handelskammer, des dortigen Arbeitsamtes, der Berufsschulen und der Politik, allen voran Trikalas Oberbürgermeister Dimitris Papastergiou. In einer Stellungnahme macht Markus Nitsch, der Leiter der auch für Amberg zuständigen Schwandorfer Agentur für Arbeit, deutlich: "Brain-Drain, also das Abwerben von Arbeitskräften in Lohn und Brot, ist nicht unsere Intention." Es gehe ausschließlich darum, Arbeitssuchenden die Möglichkeit zu geben, nach Amberg zu kommen, um zu arbeiten.

Der erste Schritt sei, den Bedarf der Arbeitgeber in Amberg zu ermitteln: Welche Stellen müssen besetzt, welche Qualifikationen vorhanden sein? Dies sei die Aufgabe von Christoph Fuchs von der Gewerbebau. Er hatte bereits im Vorfeld an der Umsetzung der Idee gearbeitet und Udo Hensel von der WBS-Trainings AG aus Weiden ins Boot geholt.

"Die WBS bringt die Unternehmen mit den Interessenten zusammen", erklärte Hensel den griechischen Gastgebern. Im Falle einer Einigung werde ein Arbeitsvertrag unterzeichnet. Mit einem intensiven Deutschkurs würden dann die Griechen auf den Neustart in Deutschland vorbereitet. Sofia Tornikidou von der zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit bestätigt: "Die Landessprache zu lernen, ist unabdingbar und absolut notwendig, um sich ein Leben in Deutschland aufbauen zu können." Für Umschulungen, Weiterqualifizierungen und Ausbildungen gebe es Fördermittel vom Staat.

Hoffnung auf Rückkehr

Laut Sibylle Sandner von der städtischen Pressestelle zeigte Trikalas Stadtoberhaupt Dimitris Papastergiou großes Interesse. Er habe aber auch gesagt: "Dennoch ist es nicht leicht für uns als Stadt, dass wir unsere Jugend nicht ausreichend selbst unterstützen können." Von der Kooperation könnten aber beide Städte profitieren. Die jungen Griechen könnten in Deutschland ihren Weg gehen. Und vielleicht, so hofft Trikalas Rathauschef, könnten einige von ihnen später als Fachkräfte in die Heimat zurückkehren. Papastergiou kündigte bei dem Treffen an, dass in der Amberger Partnerstadt bereits im Januar die ersten Vorbereitungen getroffen werden sollen, um dann eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnen zu können.

Stadtkämmerer Franz Mertel, der für die Partnerschaft mit Trikala verantwortlich zeichnet, blickt dem positiv entgegen: "Ich freue mich, wenn die Städtepartnerschaft durch derartige Programme am Leben gehalten wird und weiterhin ein reger Austausch stattfindet." Kommentar

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