10.12.2018 - 12:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Kampf um Kassenzulassung

Die Onkologische Bewegungs- und Trainingstherapie, kurz OTT, steht am Klinikum St. Marien im Fokus der Vortragsreihe Integrative Onkologie. Dabei handelt es sich um ein personalisiertes Therapiekonzept, das auf Bewegung setzt.

Ärztlicher Direktor Harald Hollnberger, Sportwissenschaftler Freerk Baumann und Doris Kölbl, Koordinatorin der Integrativen Onkologie am Klinikum (von links), sind von ihrem Konzept überzeugt.
von Externer BeitragProfil

Sportwissenschaftler Freerk Baumann war dafür eigens aus Köln angereist. In einer Mitteilung aus St. Marien wird er mit diesen Aussagen zitiert: "Die OTT, wie sie am Klinikum angeboten wird, hat bayernweit Vorbildcharakter und nachgewiesenermaßen in jeder Phase einer Krebserkrankung sehr positive Auswirkungen auf Nebenwirkungen." Zahlreiche Studien bestätigen laut Baumann diese positiven Effekte: "Die Studienlage zeigt auch, dass die Therapie-Erfolge durch die Bewegungstherapie gesteigert werden können, wenn die Bewegung durch geschulte Therapeuten angeleitet und die Patienten gleichzeitig in Sachen Ernährung beratend begleitet werden." Ein solches Trainingsprogramm müsse aber immer individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt sein.

Aber: "Qualitätsgesicherte Bewegungsprogramme für Krebspatienten gehören derzeit noch nicht zum Heilmittelkatalog der Krankenkassen und die Kosten werden nicht übernommen." Da sei das Klinikum aber schon einen kleinen Schritt weiter: "Wir arbeiten intensiv daran, die Integrative Onkologie am Klinikum zu etablieren und konnten mit der DAK bereits eine Kasse als Kooperationspartner gewinnen", teilt Ärztlicher Direktor Dr. Harald Hollnberger mit.

Freerk Baumann hatte noch eine Überraschung parat: Im Rahmen des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses hat er 4,4 Millionen Euro Fördergelder für die weitere Forschung erhalten. Damit möchte er sich weiter dafür engagieren, dass die OTT in das Leistungsprogramm der Krankenkassen aufgenommen wird, damit sie in Zukunft bundesweit allen Krebspatienten angeboten werden kann.

"Das bestätigt uns darin, mit dem Angebot der Integrativen Onkologie auf dem richtigen Weg zu sein", sagt Doris Kölbl, die Koordinatorin der Integrativen Onkologie, und fügt hinzu: "Das macht uns Mut, weiter für eine Kassenzulassung des Programms zu kämpfen."

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