25.01.2019 - 14:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Kardiologie-Kooperation eine Herzensangelegenheit

Herzerkrankungen sind nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Jährlich sterben rund 200.000 Menschen daran.

Sie besiegeln die vertiefte Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum Regensburg und St. Marien (von links): Dr. Harald Hollnberger (Ärztlicher Direktor St. Marien), Dr. Johannes Hies (stellvertretender kaufmännischer Direktor Uniklinik), Professor Christof Schmid (Direktor Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und herznahe Gefäßchirurgie Regensburg), Dr. Christoph Birner (Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I St. Marien), Professor Lars Maier (Direktor Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II Regensburg) und Manfred Wendl (Vorstand St. Marien).
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Um Patienten in der Region eine bestmögliche Versorgung anzubieten, intensivieren die Uniklinik Regensburg und das Klinikum St. Marien Amberg ihre Kooperation. Patienten sollen von neuen Therapiemöglichkeiten und einer heimatnahen Versorgung profitieren.

Es sind Erfolgsgeschichten wie diese, die Mediziner antreiben: "Ich hatte eine 76-jährige herzkranke Patientin, der ein Mitra-Clip eingesetzt wurde", berichtete Dr. Christoph Birner, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I des Klinikums St. Marien, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz am Uniklinikum Regensburg. "Vier Wochen später kam sie vorbei und erzählte, dass sie ihren Treppenlift abgeschafft hat." Die Therapiemöglichkeiten, die durch die neue Kooperation ausgebaut werden sollen, betreffen vor allem betagte Patienten mit Herzklappenstörungen. Sie haben teils schwerste Luftnot und Wasseransammlungen in den Beinen. Häufig leiden sie unter Begleiterkrankungen, so dass eine herkömmliche Herz-Operation zu riskant wäre. Dank des medizinischen Fortschritts gibt es für sie mittlerweile minimalinvasive Verfahren wie die Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) oder eben den Mitra-Clip - ohne dass dabei der Brustkorb eröffnet werden muss. Bereits seit 2014 arbeiten das Universitätsklinikum Regensburg und das Klinikum St. Marien im Bereich der minimalinvasiven Herzklappeninterventionen eng zusammen. Bislang fanden die Eingriffe in Teamarbeit in Regensburg statt. Während TAVI-Patienten aufgrund der herzchirurgischen Anforderungen auch weiterhin im Uniklinikum versorgt werden, soll für die mittlere und nördliche Oberpfalz mittelfristig ein Mitra-Clip-Programm in Amberg aufgebaut werden. "Damit können Betroffene in Zukunft vollständig wohnortnah versorgt werden", betonte Birner. Er rechnet damit, dass künftig 20 bis 30 Herz-Patienten jährlich so in Amberg behandelt werden können. Da die Bevölkerung immer älter werde, werde die Zahl wohl ansteigen. Im Zuge der erweiterten Kooperation sollen außerdem künftig auch Patienten mit Herzrhythmusstörungen von Regensburger und Amberger Medizinern gemeinsam in Amberg interventionell behandelt werden.

Ein weiterer Vorteil der minimalinvasiven Eingriffe sei es, dass die Patienten meist am Tag danach wieder aufstehen können, sagte Professor Lars Maier, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II und Vorsitzender des universitären Herzzentrums Regensburg. Nach einer klassischen Herz-OP kämen die Patienten noch auf die Intensivstation. "Das ist schon eine Revolution."Das Herzzentrum zeichne sich dadurch aus, dass Therapieentscheidungen für jeden Patienten interdisziplinär, im sogenannten Heart-Team, bestehend aus Kardiologie und Herzchirurgie, getroffen werden. Dieses Heart-Team soll künftig auch die Therapie der Amberger besprechen.

"Kooperationen sind für uns der Weg der Zukunft", erklärte Manfred Wendl, Vorstand des Klinikums St. Marien Amberg. Ziel sei es, die Fortschritte in der Medizin der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen.

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