18.09.2020 - 13:08 Uhr
AmbergOberpfalz

Kein Massagegerät, aber Geld weg: Polizei sucht die Geschädigten einer Kaffeefahrt

An Dreistigkeit nicht zu überbieten, ist die Betrugsmasche, bei der Menschen auf Kaffeefahrten mit leeren Versprechungen hinters Licht geführt werden und dann Geld verlieren. Ein aktueller Fall spielte sich in der Region ab.

Eine ältere Frau steigt aus einem Reisebus aus. Überteuerte Topfsets, Rheumadecken oder nicht gelieferte Artikel: Das Problem der Abzocke bei so genannten Kaffeefahrten beschäftigt derzeit die Polizeiinspektion Amberg.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Die Masche mit der Kaffeefahrt, die sich zu einer betrügerischen Verkaufsveranstaltung entpuppt, ist lange bekannt, aber sie funktioniert immer noch. Wie Polizeiinspektion Amberg meldet, werden zumeist ältere Menschen an einen ihnen unbekannten Ort gefahren und minderwertige Ware zu völlig überteuerten Preisen angeboten. Wenn die Teilnehmer allerdings nicht kaufen, werden sie mit verspäteter Heimfahrt oder sogar dem Zurücklassen vor Ort unter Druck gesetzt.

Ein sehr dreister Fall ereignete sich bereits am Mittwoch, als die Fahrtstrecke eines Reisebusses nicht nach Kelheim, wie zuvor beworben, sondern wegen eines vermeintlichen "Corona-Hotspots" in die Nähe von Bayreuth verlegt wurde. Besetzt war der Reisebus einer auswärtigen Busgesellschaft mit älteren Personen aus der Stadt Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach. Neben Amberg gab es eine weitere Haltestelle in Sulzbach-Rosenberg.

Laut den Polizeiangaben fand dann in einer noch nicht bekannten Ortschaft die sogenannte Verkaufsveranstaltung statt. Beworben wurde in diesem Fall ein Handreflexzonen-Massagegerät für den "Schnäppchenpreis" von 2000 statt 5000 Euro. Nachdem Kaufverträge unterschrieben wurden, teilte der Reiseleiter mit, dass er nicht genug Geräte vorrätig hätte und sie am Folgetag zugestellt werden.

Für Personen, die einen Kaufvertrag unterschrieben hatten, erfolgte die Rückfahrt komfortabel an die jeweilige Wohnanschrift in einem gesonderten Kleinbus. Der Fahrer kassierte dann aber den Kaufpreis von 2000 Euro in bar und vertröstete die gutgläubigen Käufer auf die Lieferung am Folgetag. Die Betrogenen warteten vergeblich auf die gekauften Geräte und die veranstaltende Firma aus Berlin existiert in Wahrheit gar nicht. Die Polizei ermittelt nun wegen Betrug und sucht weitere Geschädigte der "Kaffeefahrt" vom 16. September, die sich telefonisch unter 09621/89 03 20 melden sollten.

Die Polizei rät: "Sollten Sie versehentlich in eine solche "Kaffeefahrt" geraten, tätigen Sie keine voreiligen Käufe, zahlen sie nie mit Bargeld und lassen sie sich nicht unter Druck setzen. Verständigen sie im Zweifel über die Notrufnummer 110 die Polizei".

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