29.08.2019 - 17:47 Uhr
AmbergOberpfalz

Kiefer: So klappt's mit der Naturverjüngung

Das Problem ist weit verbreitet: Kiefern-Altbestände mit Beerkraut im Unterwuchs - und weit und breit ist keine oder nur spärliche Verjüngung zu sehen. Aber man kann nachhelfen.

Immer wieder zu sehen, auch auf unbearbeiteten Flächen: Eichen, aber oft verbissen.
von Ingrid Voigt Kontakt Profil

Um Abhilfe zu schaffen, wurde vor drei Jahren eine Versuchsfläche mit verschiedenen Bodenbearbeitungsverfahren im Gemeindewald Freudenberg bei Immenstetten angelegt. Jetzt konnten interessierte Waldbesitzer die ersten Ergebnisse begutachten. Helga Riedl, Försterin der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Amberg-Schnaittenbach, und Werner Lang, der zuständige Revierförster, sprachen über das Problem der Naturverjüngung und stellten die angewendeten Verfahren vor. Dann wurden die Flächen begangen und über die Ergebnisse diskutiert. Danach wurden folgende Schlüsse gezogen:

Auf den ersten Blick schwer erkennbar: Ein- bis dreijährige Kiefern-Naturverjüngung in ausreichender Anzahl

Alle Verfahren brachten mehr oder weniger brauchbare Ergebnisse, obwohl die vergangenen Jahre ziemlich trocken waren;

Naturverjüngung braucht Zeit, sie kann mehrere Jahre dauern;

Der Altbestand sollte schon licht sein. Nach Aufkommen der Verjüngung muss bei Lichtbaumarten wie Kiefer rasch nachgelichtet werden;

Der Boden muss für die Kiefer passen. Auf lehmigem Grund hat Bodenbearbeitung keinen Sinn;

Ein Pferdeeinsatz war geplant, aber nicht möglich, weil der Unternehmer kurzfristig absagte;

Flächige Befahrung sollte vermieden werden; allenfalls bei absoluter Trockenheit oder strengem Frost ist sie möglich (bei Bagger nicht nötig);

Allein auf Kiefer zu setzen, ist zu riskant, zumal schon erste Exemplare wegen der Hitze absterben. Deswegen sollten Mischbaumarten - falls sie nicht von selbst kommen - mitgesät oder nachgepflanzt werden;

Wichtig für den Erfolg ist ein nicht zu hoher Wildbestand.

Auf der Rückfahrt machte die Gruppe Halt an einem Zaun, hinter dem vor drei Jahren ebenfalls der Boden bearbeitet worden war. Hier sind einige Laubhölzer und Lärchen neben den Kiefern gewachsen. Laut Förster Lang ist unter dieser Voraussetzung eine Förderung der Fläche möglich, sobald sich überall genügend Bäume angesamt haben.

Hier gesellt sich Lärchen-Naturverjüngung zu den Kiefern.
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