25.03.2019 - 17:02 Uhr
AmbergOberpfalz

Kindertheater-Festival startet mit Geburtstagsparty im Müll

Wie feiert ein Müllmonster Geburtstag, wenn Putzfrauen das schöne Chaos zerstören? Ob ordnungsliebende Arbeiterinnen mit dem unordentlichen Wesen befreundet sein können, erfuhren die Zuschauer am Montag im Jugendzentrum.

So sieht es aus, das Müllmonster, das am Montag zum Auftakt des 15. Kindertheater-Festivals das Publikum zum Nachdenken brachte.
von Redaktion ONETZProfil

Der Auftakt des 15. Kindertheater-Festivals hatte ein aktuelles Thema zum Inhalt. Das erste Stück "Das Müllmonster feiert Geburtstag" des Red Dog Theaters Berlin begeisterte die Zuschauer und regte zum Nachdenken an.

Das Figurentheater rund um das niedliche Monster, mit den Darstellern Rachel Pattinson und Stefanie Rütter, zeigte die Gegensätze von Ordnung und Unordnung auf und ob diese überwunden werden können. Ein Berg aus Müll, eine umgekippte Mülltonne - Chaos. Mitten in dieser Unordnung lebt das Müllmonster in der Tonne und fühlt sich pudelwohl dabei. Es bekommt zu seinem Geburtstag neben einer Karte etwas ganz Besonderes: viel Müll.

Nachdem es seine Geschenke begeistert um sich geworfen hat, legt es sich in seine Tonne und schläft. Währenddessen wollen zwei Arbeiterinnen das Chaos beseitigen und beginnen mit dem Aufräumen.

Durch Schnarchen, das aus der Tonne kommt, werden sie jedoch abgelenkt. Als sie vorsichtig nachschauen und das Monster entdecken, erschrecken sie sich und verschließen die Tonne. Doch das Wesen kann sich befreien. Als sich das Monster und eine der Frauen nach einiger Zeit gegenüberstehen, staunen beide über den jeweils anderen. Eine Arbeiterin versucht, dem Monster beizubringen, dass es den Abfall in Tüten wirft, aber die Kreatur ist anderer Meinung. Sie wirft den Dreck nicht in einen Beutel, sondern wahllos durch die Gegend. Das führt zu Streit. Das Monster weint und versteckt sich. Doch dann wendet sich die Geschichte zum Guten: Die Müllfrau räumt weiter auf und findet die Geburtstagskarte des Monsters. Um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, bereitet sie gemeinsam mit ihrer Kollegin eine Party vor - mit Geschenken aus Müll. Zur Freude aller Beteiligte, die letztlich Freunde werden.

Die Kinder im Publikum verfolgten die Vorführung teilweise so gebannt, dass sie aufstanden, um kein Detail zu verpassen. Besonders das Monster hatte es den Mädchen und Buben angetan. Die Kinder aus der Jury, die im Laufe der Woche alle Stücke bewerten, nahmen die Tonne genauer unter die Lupe und setzten sich sogar hinein - was sie auch durften.

Auf die Idee für das Stück waren die beiden Darsteller gekommen, als sie sich grundsätzlich mit dem Thema Umweltverschmutzung beschäftigten. Stefanie Rütter: "Müll hat man ständig um sich. Es ist schwer, darauf zu verzichten, auch wenn man sich bemüht." Deshalb wollen sie mit dem riesigen Berg aus Unrat die Menge des alltäglichen Mülls verdeutlichen und die Kinder zum Nachdenken anregen. Allerdings ist der "pädagogische Zeigefinger nicht das Ziel", sagte Rütter und ergänzte: "Es soll den Kindern gefallen und kein Sachbuch nachahmen."

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