(ll) Laut Beschluss des Ausschusses vom Mittwoch erhält zunächst eine ausgewählte Schule jeder Schulart (Grundschule, Mittelschule, Realschule, Gymnasium, berufliche Schule) ein digitales Modellklassenzimmer. Die Kosten für jedes einzelne betragen rund 40 000 Euro. Langfristig wird angestrebt, innerhalb von zwei bis drei Jahren alle 250 Klassenräume in Amberg so auszustatten. Die Verwaltung hat dafür erforderliche Investitionen von je 2,0 Millionen Euro für die Jahre 2019 und 2020 errechnet. Ab 2022 sind Ersatzbeschaffungen in Höhe von jährlich 1,5 Millionen Euro einkalkuliert.
Die Stadt meldet alle Unterrichtsräume für die einschlägigen Förderprogramme an. Als wichtige Infrastruktur-Bausteine der Umrüstung gelten die Breitband-Anbindung, eine strukturierte Verkabelung und W-LAN-Accesspoints. Laut Verwaltung sind aktuell alle Klassenzimmer der Amberger Schulen mit Beamer und Dokumentenkamera ausgestattet. Zudem habe man für alle Schüler und Lehrkräfte Microsoft-Office-365-Lizenzen erworben. Und: "Nahezu alle Schulgebäude wurden bis dato ans Glasfasernetz angeschlossen." Das sei ein Schritt hin zu Chancengleichheit für alle Schüler.
Eltern müssen mitziehen
Im Ausschuss betonte OB Michael Cerny, neben den Investitionen in die digitalen Klassenzimmer sei es auch notwendig, das Lehrpersonal darauf vorzubereiten. Schulungen könnten in Zusammenarbeit mit der OTH entwickelt werden ebenso wie entsprechende Anwendungen als Apps. "Wichtig wird auch die Kommunikation mit den Eltern sein." Die Schüler dafür zu begeistern, galt den Mitgliedern des Ausschusses als sehr einfache Aufgabe.
Christian Zenger vom Gregor-Mendel-Gymnasium äußerte in einer Hinsicht seine Skepsis: Viele Lehrkräfte sträubten sich gegen die Digitalisierung. Martin Wurdack, der Leiter des Beruflichen Schulzentrums Amberg, sah Vorteile in einer Schulung von Praktiker zu Praktiker auf unkonventionelle Art und Weise. Auf Kämmerer Franz Mertel geht die Anregung zurück, aufgrund der begrenzten Fördermittel schnell zu reagieren und die Zuschüsse in vollem Umfang zu beantragen. OB Cerny stimmte dem zu, forderte jedoch von den Schulen die uneingeschränkte Unterstützung und Umsetzung. Franz Mertel hält bei der Regierung ein Umdenken in Sachen Lernmittelfreiheit für notwendig. Diese Mittel solle man künftig auch für die digitale Ausstattung einsetzen können.
Bei den Kleinsten beginnen
Beatrix Hilburger, die neue fachliche Leiterin der Staatlichen Schulämter in Amberg und Amberg-Sulzbach, gab in der Sitzung bekannt, dass in Sachen digitale Klassenzimmer ab Herbst bayernweite Lehrerfortbildungen in fünf Onlinemodulen angeboten werden.
Auch bei ihrem Antrittsbesuch bei Cerny tags darauf freute sich Beatrix Hilburger, dass der OB das Thema digitale Bildung in Amberg fördert und vorantreibt: "Es ist wichtig, dass alle in diesem Bereich die erforderlichen Kompetenzen erwerben und damit bereits bei den Kleinsten begonnen wird." Darum sei es für sie von großer Bedeutung, in ihrem künftigen Aufgabengebiet gerade hier einen Schwerpunkt zu setzen, damit die Implementierung digitaler Bildungselemente in der Schule gelinge und die damit verbundenen Veränderungen bewältigt werden könnten.
Cerny sieht in dem beschlossenen Erfahrungsaustausch der Schulen in einem übergreifenden Netzwerk einen Schlüssel zum Erfolg. "An den Treffen können und sollen nicht nur die Vertreter der Musterschulen, sondern auch der anderen Einrichtungen teilnehmen, um von den Erfahrungen der anderen zu profitieren", so der Oberbürgermeister.














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