20.05.2020 - 15:25 Uhr
AmbergOberpfalz

Kleiner Babystrahlenschutzanzug und großes Traumschloss

Kunst bleibt frei - ob im Widerstand gegen die AfD oder im respektvollen Einklang für die Gesundheit. Der A.K.T.-Kunstverein stellt wieder aus: "Amberger Fensterkunst-A.K.T.ion" in der Stadtgalerie.

Die üblichen Verdächtigen oder Kunst in Zeiten der Pandemie: Heini Hohl, Stefan Reuther, Marcus Trepesch, Erika Wakayama, Johann Sturcz, Hanna Regina Uber, Kulturreferent Fabian Kern und Museumsleitung Julia Riß (von links) eröffnen die „Amberger Fensterkunst-A.K.T.ion“.
von Dagmar WilliamsonProfil

Kreative Köpfe arbeiten immer. Zwölf Kunstschaffende haben in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt einen Weg gefunden, ihre Werke auszustellen. Im viertelstündigen Takt kamen sie an, lieferten Skulpturen und Bilder und verschwanden auch wieder. Kulturreferent Fabian Kern und Museumsleitung Julia Riß begleiteten die Organisation. A.K.T.-Kunstvereins-Vorstandsvorsitzende Marcus Trepesch und Stefan Reuther regelten den Verkehr und Einzug - Johann Sturcz agierte als Kurator, der bereits zu Beginn eröffnete: "Ja, das kann dauern, bis alles stimmig platziert ist."

"Als Sonntagskind und Aprilscherz im Jahre des Herrn 1951 geboren", wie er sich selbst bezeichnet, stellt Heini Hohl seinen Vollmond und das Traumschloss im Wasser aus. Sechs Acrylarbeiten und Radierungen präsentiert Achim Hüttner. Lilian Kovacs zeigt atemberaubende weibliche Wesen und Anja Kraus lässt wieder einmal tief in ihre Seele blicken mit der "Dame in Schwarz", "Rebella" und "Sanftmut". Dagmar Stefanie Menke ist surreale Fotodesignerin und macht mit ihrem Projekt "shake" auf Reizüberflutungen aufmerksam. Gegenständliche Motive von Isabelle Prüfling erklären sich selbst und kommen ohne Titel aus. "Meine Kunst soll allen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, um einigermaßen gut durch diese Pandemie zu kommen", erklärt die Upcycle-Künstlerin Christa Scharl-Wolf, die mit Ton, Haaren aus Mottenpelz, Altkleidern oder Gemüsenetzen Frauen und Männer erschafft.

Stefan Stock bewegt sich auf Schrottplätzen, um seine unmöglichen Licht- und Klackmaschinen zu bauen. Einen Sturcz erkennt man gleich. "the great nervosity - Brueghels Schlaraffenland trifft Thriller" ist das einzige Werk dieser Ausstellung vom Kurator. Jim Morrison und ein gemalter bloßer Hintern werden von Marcus Trepesch beigesteuert. Aufgrund der guten Musik des einen und die Verbildlichung von Akt des anderen als Hommage an den Kunstverein sozusagen.

Hanna Regina Uber und Robert Diem präsentieren Skulpturen aus Bronze oder Mooreiche. "Der Mensch empfindet im bloßen Dasein Kraft und Stabilität", erklärt die Künstlerin aus Aschach den "Aarun V1": "Entwickelt für sichere Mitnahme der Neugeborenen. Schützt vor Umweltbelastungen, Luftverschmutzungen und Viren. In sieben Farben erhältlich. TÜV nicht geprüft, bei Verwendung trägt die Künstlerin keine Haftung." Das ist die Beschreibung von dem Baby-Strahlenschutzanzug aus dem Jahr 2011 von Erika Wakayama und findet jetzt besondere Bedeutung.

Die "Amberger Fensterkunst-A.K.T.ion" ist bis Montag, 25. Mai, in der Stadtgalerie Alte Feuerwache zu bewundern und ebenso auf der Vereins-Homepage (www.akt-kunstverein-amberg.de).

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