27.06.2018 - 14:17 Uhr
AmbergOberpfalz

Die Kleinsten lernen, schon groß zu denken

Amberg ist Fairtrade-Stadt, hat Fairtrade-Schulen, eine Fairtrade-Hochschule - und jetzt auch den ersten Kindergarten dieser Art.

Sie gehen in die erste Eine-Welt-Kindertagesstätte überhaupt: Zur Feier des Tages führen Mädchen und Buben einen Drachentanz aus China auf.
von Redaktion ONETZProfil

(pjle) Die Idee, globales Lernen schon in die frühkindlichen Erziehung einzubauen, wurde in Amberg geboren: Schon seit 2016 setzte sich das Team des Kinderhauses mit der Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt dafür ein. Über den Kontakt zum Bayerischen Dachverband Eine-Welt-Netzwerk entstand das bayernweite Projekt "Eine-Welt-Kita: fair und global", das von verschiedenen Trägerorganisationen und Hilfswerken unterstützt wird. Erfüllt eine Kindertagesstätte sieben Kriterien, kann sie sich vom Eine-Welt-Netzwerk zertifizieren lassen. Die zweite Zertifizierung wird nach den Ambergern ein Kindergarten im oberbayerischen Bad Aibling bekommen.

Caren Rehm vom Eine-Welt-Netzwerk koordiniert das Projekt. Neben dem Zertifikat werden den Kita-Mitarbeitern und anderen Akteuren, den Eltern zum Beispiel, auch Fortbildungen und Vernetzungstreffen angeboten. "Fairer Handel ist nicht alles. Bei globalem Lernen geht es auch um Menschenrechte, Nachhaltigkeit, Verantwortung und darum, globale Zusammenhänge zu erkennen," erklärte Rehm. Man wolle schon Kindergartenkindern vermitteln, dass sie als Einzelne etwas bewirken können.

Sie-Kids-Leiterin Brigitte Netta fügte hinzu: "Es soll nicht nur eine einmalige Sache sein. Die Gedanken der Einen Welt sollen in den Alltag aufgenommen werden." Das ist im Siemens-Kindergarten sogar im Leitkonzept festgehalten. Neben inhaltlicher Arbeit zum Thema wird in der Kindergarten-Küche mit saisonalen, regionalen, biologischen und fair gehandelten Zutaten gekocht. Auch die Akzeptanz der kulturellen Vielfalt gehöre dazu. Deshalb führten einige Kinder bei der Übergabe des Zertifikats am Mittwoch einen chinesischen Drachentanz auf, den ein chinesisch-stämmiger Vater mit ihnen einstudiert hatte.

Heike von Eyb, Sprecherin der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt, lobte das Projekt nicht nur wegen der vielen Aspekte, die in Kindergartenalltag integriert wurden. "Die Kinder saugen das auf und geben es in ihre Familien weiter." Die Mädchen und Buben seien die Keimzelle, deren Saat weitergetragen müsse, um die Probleme der globalisierten Welt meistern zu können.


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