27.03.2020 - 14:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Klinikum St. Marien zeigt Möglichkeiten im Umgang mit Demenz

Erkrankt ein Mensch an Demenz, verändert sich durch die Diagnose nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner Angehörigen. Im Klinikum St. Marien gibt es auf jeder Station einen Demenzbeauftragten.

Einfache Tätigkeiten können die Feinmotorik Betroffener stärken.
von Ulrike Maul Kontakt Profil

Die geschulten Experten am Klinikum St. Marien geben Angehörigen konkrete Hilfen und Verhaltenstipps für den Alltag an die Hand. „Zeit, Aufmerksamkeit und Zuwendung sind die drei Schlüsselworte. Das ist es, was Betroffene und Angehörige in solch einer Situation brauchen“, betonte Ulrike Dropco, stellvertretende Pflegedirektorin des Klinikums. Gerade positive Erinnerungen können das Wohlbefinden demenzerkrankter Menschen steigern und dazu beitragen, das Gedächtnis zu bewahren. „Bestimmte Gerüche wie Zitrusdüfte oder Lavendel können belebend oder auch beruhigend auf Demenzpatienten wirken. Oft erleben wir auch, dass Betroffene mit einem bestimmten Geruch wie Kaffee ein früheres, schönes Erlebnis verknüpfen“, erklärt Ingrid Eheim von der Demenz AG des Klinikums. Durch das Lösen von Rätseln, das Vervollständigen von Sprichwörtern oder auch durch das Ausschneiden von Papierfiguren gelingt es außerdem die Feinmotorik zu stärken. Demenziell Erkrankten verschafft man damit auch ein Erfolgserlebnis, eine Aufgabe. „Wir wollen zeigen, wie man mit einfachen Dingen die Betroffenen dort abholen kann, wo sie gerade stehen und man ihnen damit zeigt, dass sie gebraucht werden.“

Miteinbeziehen und teilhaben lassen seien laut einer Pressemitteilung zwei wichtige Punkte im Umgang mit Demenzpatienten. Das gilt auch, um die Angehörigen bei der Pflege zu unterstützen. Hier setzt Kinaesthetics an, die Lehre von Bewegung. Ein Konzept, das dazu dient die Betroffenen und die Pflegenden mit oft kleinen Hilfsmitteln zu entlasten. „Eine beschichtete Antirutschmatte kann zum Beispiel beim Umbetten helfen“, sagte Margarete Hirsch, Gesundheits- und Krankenpflegerin am Klinikum. „Bei Kinaesthetics geht es um eine ressourcenschonende und den Patienten einbeziehende Form der Bewegungsgestaltung.“

Bei der basalen Stimulation steht die Förderung der Wahrnehmung, Kommunikation und Bewegungsfähigkeit schwer beeinträchtigter Menschen im Mittelpunkt. „Patienten, die über längere Zeit in der gleichen Position im Bett liegen, verlieren ihr Körpergefühl. Durch vibratorische Anregung wollen wir ihnen dieses Gefühl wieder zurückgeben“, betont Eheim. „Unser Ziel ist es, Rahmenbedingungen und Möglichkeiten zu schaffen, um Teilhabe am gesellschaftlichen für Demenzerkrankte zu ermöglichen.“

Bestimmte Gerüche können positive Erinnerungen bei Demenzerkrankten hervorrufen;
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