06.01.2020 - 14:52 Uhr
AmbergOberpfalz

Knieschmerzen: Wenn Einlagen nicht reichen

Zum Jahresabschluss der Reihe Ratgeber Gesundheit ging es am Klinikum um Knieschmerzen. Etwa die Hälfte aller über 65-Jährigen leiden laut einer Mitteilung aus St. Marien daran. Ein Hauptgrund sei der Gelenkverschleiß, also Arthrose.

Dr. Robert Bauer bei der Untersuchung eines Patienten
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Zum Jahresabschluss der Veranstaltungsreihe Ratgeber Gesundheit ging es am Klinikum um das Thema Knieschmerzen. Etwa die Hälfte aller über 65-Jährigen leidet laut einer Mitteilung aus St. Marien daran. Ein Hauptgrund sei der Gelenkverschleiß, der in Fachkreisen Arthrose genannt wird.

Die Frage aber lautet: Warum schmerzt das Knie? "Das kann mehrere Gründe haben", erklärte Dr. Robert Bauer, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, und ergänzte: "Es kann am natürlichen Alterungsprozess liegen, an Überbelastung, Übergewicht oder einer Verletzung." Dabei handle es sich um mechanische Schädigungen wie Abrieb, Fehlstellung, Instabilität oder Gelenkreiben. Es gebe aber auch chemische Schädigungen, hervorgerufen durch Entzündungen, Stoffwechselstörungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten.

Egal was der Grund ist, wenn das Knie schmerzt, sollte der Patient in jedem Fall einen Orthopäden aufsuchen. Bevor von einer Operation gesprochen wird, sollten erst einmal sämtliche konservative Therapiemöglichkeiten genutzt werden. Dazu gehören laut Bauer Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente, Wärme- und Kälteanwendungen, Physiotherapie, aber auch Klassiker wie Einlegesohlen.

Bestrahlung als Alternative

Eine weitere Möglichkeit ist laut dem Experten die Bestrahlung. Zu diesem Bereich klärte der Chefarzt der Strahlentherapie, Dr. Matthias Hipp, die Zuhörer im Klinikum auf. Eine Bestrahlungsserie dauert drei Wochen, in dieser Zeit werde das Knie sechs mal bestrahlt. Nach acht bis zwölf Wochen folge eine Erfolgskontrolle. Dann werde über weitere Schritte entschieden. Ängste vor Nebenwirkungen wischte Dr. Hipp beiseite: "Es kommt zu keinerlei Effekten auf der Haut, in der Muskulatur oder im Weichteilgewebe. Und es kommt auch zu keiner Schädigung des Knochens." Das Risiko durch diese Röntgenstrahlen einen Krebs zu bekommen, sei sehr gering. In der Regel profitierten alle Patienten durch eine Bestrahlung. Wenn noch nicht nach der ersten Serie, dann nach der zweiten.

Viele sogar schmerzfrei

Nach zwölf Monaten dieser erneuten Bestrahlung seien 25 Prozent der Patienten sogar schmerzfrei oder nahezu schmerzfrei.

Die beiden Chefärzte Dr. Rober Bauer und Dr. Matthias Hipp bei der Besprechung der Therapie.
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