23.11.2018 - 17:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Knusper, knusper, Lebkuchenhäuschen

Mit ruhiger Hand ritzt Isabella Scheler (20) Vertiefungen in den Lebkuchen. Es wird das Fundament für die Wände eines Knusperhäuschens. An diesem Freitagvormittag ist in der Bäckerklasse der Berufsschule Architektur angesagt.

Knusper, knusper, knäuschen: Zehntklässler der Berufsschule backen Lebkuchenhäuser. In drei von ihnen wird Gold versteckt, in sechs Goldschmuck. Die Kunstwerke sollen bei der Klösterlichen Weihnacht versteigert werden.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Bewaffnet mit Eiweißspritzglasur bauen die Schüler im ersten Lehrjahr kleine Lebkuchenhäuser, die bei der Klösterlichen Weihnacht im Landratsamt Amberg-Sulzbach am Sonntag, 15. Dezember, versteigert werden sollen. Der besondere Clou: In drei von ihnen werden jeweils ein Gramm schwere Goldstückchen versteckt sein. In sechs Häuern ist Kinderschmuck im Wert von 400 Euro zu finden.

Aber noch ging es darum, das süße Bauwerk zu erschaffen. Die Anleitung dazu gab Fachoberlehrer Marco Rom. Die Schüler der NBK-Klasse (Nahrung, Bäcker, Konditoren) bereiteten in Eigenregie die Formen für die Lebkuchenplatten vor. Beim Pressetermin mit Landrat Richard Reisinger und den Organisatoren der Klösterlichen Weihnacht, Heidemarie und Wolfgang Sander, ging es dann um die Feinarbeit. Die Deko hatten die jungen Leute selbst mitgebracht. "Natürlich muss man genau arbeiten, wenn man aus dem rohen Teig die Platten ausschneidet, da müssen die Maße stimmen", sagt Isabella Scheler. Die Auszubildende im ersten Lehrjahr macht das gern: "Es ist eine schöne Aufgabe, weil man kreativ sein kann." Das sieht auch ihr Klassenkamerad Leon Grünthaler so. "Ich habe das vorher aus Pappe gebaut, damit es auch passt." Lediglich die Grundmaße seien vorgegeben worden. "Das macht Spaß, weil es abwechslungsreich ist", sagt der 17-Jährige aus Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg. Lehrer Rom weiß, dass sich seine Schüler besonders anstrengen. Zum einen soll das Erarbeiten der Form benotet werden. Zum anderen werden die Lebkuchenhäuschen mit Namenskärtchen bei der Klösterlichen Weihnacht am Sonntag, 8. Dezember, ausgestellt, bevor sie am Sonntag, 15. Dezember, versteigert werden. Die Schulklasse fertigt gemeinsam mit ihrem Lehrer 20 Häuschen an. Eines soll ab 20 Euro verkauft werden.

Für Schulleiter Martin Wurdack war es klar, dass sich die NBK-Klasse an der Aktion beteiligt. "Wir machen regelmäßig vor Weihnachten Aktionen." Und auch das Backen der Lebkuchenhäuschen gehört zum Stundenplan. Normalerweise würden die Schüler ihr Werk mit nach Hause nehmen, "doch sie geben sie heuer auch gerne für den guten Zweck frei". Die Idee zu der Aktion hatte Heidemarie Sander: "Man muss halt immer etwas neues bringen." Die Zusammenarbeit mit der Berufsschule initiierte Bäckermeister Johann Weber aus Ammerthal. Das Geld, das bei der Versteigerung zusammenkommt, geht an die Klöster Mariahilf/Lafia und Ensdorf/ Don Bosco. Beginn ist um 14 Uhr.

Die zehnte Klasse der Berufsschule ließ sich beim Gestalten der Knusperhäuschen über die Schulter schauen. Beim Pressetermin überzeugten sich die Organisatoren und Mitwirkende der Klösterlichen Weihnacht vom Gelingen.
Bäckerlehrlinge dekorieren Knusperhäuschen zum Versteigern auf der Klösterlichen Weihnacht: Die Kinder Clemens und Greta schauen interessiert zu. Sie werden bei der Klösterlichen Weihnacht Hänsel und Gretel darstellen.
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