29.10.2018 - 17:31 Uhr
AmbergOberpfalz

"Kollisionen": Begleitfilm zu "Amberg progressiv"

"Was machen wir mit dem Schönfelder Wolfi seinem 600er Fiat?" Diese Frage wurde damals unter anderem von Uli Wähner und Winnie Steinl diskutiert. Zunächst plante man ein Happening auf dem Marktplatz, doch dann hatten sie eine andere Idee.

Eine Szene aus dem Film "Kollisionen".
von Karin HegenProfil

Sie dachten zunächst an ein Happening auf dem Marktplatz, bei dem viele Personen über das schrottreife Vehikel laufen sollten. Doch dann hatten sie die Idee zu einem Film: "Kollisionen". Dieser wurde als Beitrag zu "Amberg progressiv '68 '18" am Samstagabend im Ringtheater gezeigt.

Erste abstrakte Klänge von H. E. Erwin Walther sind zu hören, illustriert mit farbigen Pinselstrichen erinnern sie an sein Schaffen und dienen als Vorfilm. Die gesamte Musik für "Stummfilm" stammt aus seiner Feder. Was folgt, ist auf den ersten Blick sehr lustig. Der Protagonist mit weiß bemaltem Gesicht schält sich in langen Unterhosen aus dem weißen Kleinstwagen. Dieser dient sozusagen als Wohnmobil, de Ideen, was man alles damit anstellen kann, sind witzig. Die Stimmung ändert sich, als eine Gruppe Soldaten durch die Landschaft marschiert, der Letzte und augenscheinlich Jüngste nicht mehr mithalten kann, zusammenbricht und stirbt. Unser Held als Augenzeuge ist schockiert, aber im Laufe der Handlung nimmt das Thema Ausgrenzung immer mehr Fahrt auf. Es ist gesellschaftskritisch nach 50 Jahren erschreckend aktuell.

Nach dem 32 Minuten dauernden Werk erzählen die Filmemacher von der damaligen Zeit. Das Publikum erfährt, dass gerade die Militärszene den damaligen General Jakobi veranlasste, seine Leute in die Aufführung zu schicken. Die Diskussion im Vorfeld unter den Stadträten, ob dieses "Machwerk der Provokation" in öffentlichen Räumen ausgestrahlt werden dürfe, führte unfreiwillig zu großer Popularität. Die drei Sichtungen bis zur Erlaubnis eingerechnet, wird der Streifen an diesem Abend zum elften Mal gezeigt.

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