26.03.2019 - 10:49 Uhr
AmbergOberpfalz

Von Kommandeur enttäuscht

Welche Nachfolgenutzung könnte für die leerstehende Leopoldkaserne in Betracht kommen? OB Michael Cerny informiert bei der Hauptversammlung die Mitglieder der Militärkameradschaft über den aktuellen Stand.

Treuezeichen verlieh der Vorsitzende der Militärkameradschaft Amberg, Franz Kölbl (links), an Werner Naundorf und Elsa Feldmann.
von uscProfil

Enttäuscht zeigte sich der Vorsitzende der Militärkameradschaft, Franz Kölbl, über das Verhalten der Führung der nach Cham verlegten Panzerbrigade 12, mit deren Stabskompanie der Verein enge Kontakte gepflegt hatte. Ob die Brigade die Kameradschaft abgeschrieben hat, werde sich wohl bei der 60-Jahr-Feier der Zwölfer in Cham zeigen.

Die Militärkameradschaft war laut Kölbl "schon etwas verwundert", dass beim Abschied der Brigade etliche Ehemalige nicht eingeladen worden waren. Der Vorsitzende nannte dies in seinem Jahresrückblick einen unwürdigen Abschied. Außerdem beschleiche ihn das Gefühl, dass dem Kommandeur der Brigade langjährige enge Beziehungen nichts mehr bedeuten. Umso neugieriger sei er, ob man zur Feier eingeladen werde.

In seinem Grußwort beleuchtete OB Michael Cerny die vergeblichen Anstrengungen der Stadt zum Erhalt des Brigadestandorts und damit zur militärischen Weiternutzung der Leopoldkaserne. Er machte deutlich, dass das Verteidigungsministerium die Kaserne wohl abgeschrieben hat.

Die Liegenschaft ist nach Worten Cernys als militärisches Sondergebiet ohne großen Immobilienwert. Nachdem wohl die Bundeswehr als Nachnutzer ausscheide, komme der Zoll ins Spiel, der laut Cerny in naher Zukunft hohen Nachwuchsbedarf hat. Seines Wissens suche die Behörde derzeit für Ausbildungszwecke drei Standorte in Deutschland, einen davon wohl im Raum Nürnberg. Insgesamt seien etwa 350 Dienstposten vorgesehen. Das Personal benötige auch Dienstwohnungen, die durchaus auf dem Areal der Leopoldkaserne gebaut werden könnten.

Der Rathauschef setzt bei der Bewerbung auf den Einsatz der beiden Bundestagsabgeordneten Alois Karl (CSU) und Uli Grötsch (SPD). Der OB: "Wir haben gute Argumente für eine Nutzung der ehemaligen Kaserne durch den Zoll." Cerny sicherte der Militärkameradschaft zu, dass im Falle einer Umnutzung der Kaserne der dortige Gedenkstein in einem städtischen Friedhof platziert werde.

Vorsitzender Kölbl, der einen Mitgliederrückgang von 82 im Jahr 2017 auf aktuell 77 bedauerte, nahm die Versammlung zum Anlass, zwei Ehrungen vorzunehmen. Werner Naundorf zeichnete er mit dem Treue-Kreuz in Silber und Elsa Feldmann mit der Verdienstbrosche in Bronze mit Schleife aus. Er erinnerte zudem an die "schmerzvolle Auflösung der Partnerschaft" mit den Fernmeldern der Stabskompanie der Panzerbrigade 12 anlässlich der Generalversammlung im März 2018. Zur bleibenden Erinnerung habe die Kameradschaft ein Fahnenband für die Truppenfahne übergeben. "Man war sich einig, dass wir weiterhin in Verbindung bleiben", sagte Kölbl.

Er erinnerte auch an die Soldatenwallfahrt auf den Mariahilfberg, bei der es noch Koordinierungsprobleme mit dem katholischen Standortpfarrer in Weiden gegeben habe. Zur Kriegsgräbersammlung an Allerheiligen habe die Kameradschaft insgesamt 828 Euro beisteuern können.

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