13.09.2018 - 13:15 Uhr
AmbergOberpfalz

Konzert zum 125. Geburtstag des Zitherklubs

Der Zitherklub wird 125 Jahre alt. Diesen Geburtstag feiert er nicht irgendwie und irgendwo. Sondern mit einem Konzert im altehrwürdigen Kongregationssaal.

Die Leidenschaft für Musik verbindet die Mitglieder des Zitherklubs.
von Adele SchützProfil

Laut musikalischer Leiterin Ingrid Gericke und ihrem Mann Franz, der den Vorsitz inne hat, findet das Konzert am Sonntag, 16. September, statt. Einlass ist ab 15 Uhr, der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Der Zitherklub musiziert gemeinsam mit der Kleingruppe Sulzbacher Vier, den Blechernen Sait'n und dem Landshuter Zitherquartett, als Moderator fungiert Hermann Frieser. Wer das Konzert verpasst, kann ein weiteres des Zitherklubs besuchen: am Sonntag, 14. Oktober, um 16 Uhr in St. Vitus in Schnaittenbach.

1893 gründeten Ludwig Reber sen. (Musikhaus Amberg), Schneidermeister Lorenz Hirsch, Waffenmeister Martin Kaufmann, H. Haas, Hans Schenk und Buchhändler Fenzel den Zitherklub. 1953 hatte der Verein rund 70 Mitglieder. Nach dem Tod von Hans Schenk im Jahre 1972 ruhten die Aktivitäten, doch die alten Noten, Wimpel, Fahnen und Instrumente bewahrten Familie Ernst und Luise Weigert sorgsam auf. Zitherlehrer wie Leonhard Meindl führten Kleingruppen wie die Zitherfreunde weiter, bis Ingrid Gericke 1982 den Zitherkreis und zehn Jahre später den Zitherklub neu belebte. "Wer den Klang einer Zither gehört hat, weiß um dessen faszinierenden Reiz, der mich bereits mit 13 Jahren gepackt hat", sagt Gericke. Eines bedauert sie: Der Nachwuchs ist heute etwas spärlich. "Wir würden uns über Jugendliche freuen, kostenlose Leihinstrumente stehen zur Verfügung", erklärt sie. Angeboten würden auch Unterricht für Hackbrett und Harfe. Wer sich dafür interessiert, kann sich bei Ingrid Gericke (0 96 22/71 81 78) melden. Das Orchester (Gitarren, Hackbretter, Harfe, Zithern und Tuba) umfasst derzeit 15 Aktive. "Das Gruppenspiel fasziniert uns alle, Spaß und Freude kommen dabei nicht zu kurz." Auftritte absolviert das Orchester beispielsweise in Altenheimen und beim Güldenen Rosenkranz am Mariahilfberg. Derzeit entsteht laut Gericke eine CD mit dem Zitherklub als Orchester.

Älteste Zitherspielerin erinnert sich:

Luise Weigert ist die älteste Zitherspielerin beim Zitherklub, dem sie seit 1951 angehört. Mit 16 Jahren begann sie mit dem Unterricht bei ihrem damaligen Zitherlehrer Further. Sie erinnert sich, wie begeistert sie war, als sie endlich in die Jugendgruppe des Zitherklubs aufgenommen wurde. Damals gab es im Verein auch noch die Erwachsenen- und Seniorengruppe. Drei Konzerte pro Jahr wurden gegeben, im Josefshaus oder in der Malteser- Gaststätte. Auch Anne Wendl, Ehrenmitglied und mit 92 Jahren immer noch begeisterte Zuhörerin, spielte damals schon unter Dirigent Hans Schenk, dessen gleichnamiger Vater Gründungsmitglied war. Neben seinem Instrument und viel Geduld musste man laut Weigert aber vor allem eines mitbringen: Holzscheitel. Der Krieg sei zwar vorbei gewesen, aber Brennmaterial habe man nicht so einfach bekommen. Deshalb mussten laut Weigert die Schüler, um im Winter nicht zu frieren, eigenes Holz für den Kohlenofen des Probelokals Beck Pauli in der Lederergasse mitbringen. Warm geworden sei der Ofen aber meist erst dann, wenn die Jugendgruppe fertig war und die Erwachsenen dran waren. (ads)

Luise Weigert, älteste Zitherspielerin des Vereins, erinnert sich an den Unterricht, in dem es streng und diszipliniert zuging. „Da kam es schon mal vor, dass man nach Hause geschickt wurde, wenn man die Hausaufgabe nicht perfekt vorspielen konnte.“ Auch den ein oder anderen Schlag mit dem Taktstock auf die Finger handelten sich die Schüler bei Fehlern ein, sagt sie.

Zitherklub im Jahre 1953.

Ehrenurkunde.

Fasching 1950.

Jugend beim Fasching im Jahre 1952.

Hans Schenk.

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