Irgendwie muss es ihnen in den Genen liegen. Malereien, Zeichnungen, Fotografien, Collagen und Skulpturen - nun gab es im Kulturstift fast keine Kunstrichtung, die man vermisst hätte. Künstler Klaus Schramm, der gebürtig aus Amberg kommt und in der Nähe von Köln wohnt, hat gemeinsam mit seiner Frau Clelia Meyer und ihren Lieben der kreativen Ader freien Lauf gelassen und deren Werke in Amberg versammelt. "Anlass dazu war unser jährliches Familientreffen. Dieses Jahr findet es eben etwas anders statt", verriet Schramms Sohn, Stephan Schramm. Über 15 Familienmitglieder, die alle in irgendeiner Art und Weise mit Klaus oder Clelia verwandt sind, beteiligten sich an dem großem Kunstprojekt.
Stephan Schramm zum Beispiel schlägt in seinen Bildern gerne auch gesellschaftskritische Töne an. "Ich will es nicht zu politisch machen, aber schon auch Denkanstöße geben", sagt der Amberger. Immer wieder fragt er in seinen Bildern: "What are you doing to make the world a better place?" ("Was unternehmt Ihr, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen?") Die Themen im Moment: Trump, Umweltschutz, Konsum. Bilder aus vergangenen Jahren zeigen den Wechsel. Damals ging es noch mehr um die Krisen im arabischen Raum.
Die Bilder seines Vaters strotzen nur so vor kräftigen Farben. Klaus Schramm malt gerne mit Ölkreiden auf Papier und inszeniert seine Bilder ohne Rahmen, dafür an besonderen Positionen. Nicht verwunderlich, dass auch in dieser Ausstellung ein Werk direkt in einer Ecke hängt. "Früher habe ich viel schwarz-weiß gemalt, das hat sich in den letzten Jahren ein bisschen geändert", erklärt er seine Werke, die von vielen Mustern aus dem Bewegungstanz inspiriert sind. Das Motto der Ausstellung, die im Kulturstift zu sehen war, lautete aber nicht "We are family" sondern "Amore-Olymp-Amberg".
Ganz in Anlehnung an ein Kreuzworträtsel im Kölner Stadtanzeiger, in dem genau diese Worte gesucht wurden. "Ihr werdet das Motto in der Ausstellung aber nicht wiederfinden. Das haben wir den Künstlern vorher nämlich nicht verraten. Sie sollten sich nicht im Sinne des Mottos in ihrer eigenen Kunst verbiegen", erklärte Klaus Schramm. Viel mehr soll die Kombination der drei Worte eine Anspielung auf die historische, schöne Amberger Stadt sein, die viele tolle Künstler hervorgebracht hat.
Und ganz wie es in Familienbanden üblich ist, bilden die Werke, trotz ihrer Unterschiedlichkeit, zusammen eine große Einheit. Nicht getrennt voneinander stellen die Künstler ihre Werke aus, sondern bunt durcheinandergemischt. Bei dem Rundgang durch das Kulturstift erlebte man deshalb eine besondere Vielfalt an Motiven und Techniken, die sich hinter jeder Ecke veränderten. Von der Stadtfotografie zur 3D-Installation aus Papier, von bemalten Fließen bis zu Kunstwerken aus Mosaik, war für jeden Geschmack etwas dabei. Möglicherweise kommen Klaus Schramm und seine Frau Clelia sowie Sohn Stephan schon im nächsten Jahr noch einmal in das Kulturstift, um noch mehr ihrer Werke zu zeigen.

























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