10.12.2019 - 13:09 Uhr
AmbergOberpfalz

Kurfürstenring: Barrierefrei in den Bus

Wie viele barrierefreie Bushaltestellen es in Amberg gibt, konnte Hans-Jürgen Haas, Geschäftsleiter des Zweckverbands Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS), auf Anhieb nicht sagen. "Ungefähr zehn bis zwölf", schätzte er. Nun kommt eine hinzu.

Hans-Jürgen Haas (Geschäftsleiter des Zweckverbands Nahverkehr Amberg-Sulzbach/ganz rechts) und Oberbürgermeister Michael Cerny (Zweiter von rechts) erläuterten die Neuerungen zur Barrierefreiheit an der Bushaltestelle am Kurfürstenring. Mit dabei (von links): Josef Setzer (stellvertretender Leiter des Tiefbauamts), Wolfgang Meier, Dieter Imhof, Georg Rempler, Matthias Göttler, Udo Hartmann und André Linzer.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Auch am Kurfürstenring gibt es nun in beiden Richtungen einen barrierefreien und behindertengerechten Zugang. "Wir möchten den Nutzern des Öffentlichen Personennahverkehrs mehr Komfort geben", erklärte Oberbürgermeister Michael Cerny die Neuerungen bei einem Ortstermin. Neben digitalen Fahrplananzeigen, die in Echtzeit die Ankunftszeit wiedergeben, gibt es sogenannte taktile Leitplatten, eine Art geriffelter Fußweg. Diese sollen Sehbehinderten die Orientierung erleichtern.

Am Ende der Haltestelle findet sich ein tastbares Aufmerksamkeitsfeld. Haas erklärte: "Die Idee kommt, glaube ich, aus Nürnberg. Das Feld soll Sehbehinderten das Ende des Stopps signalisieren." Der Bordstein wurde auf 20 Zentimeter über der Fahrbahn erhöht. Dadurch wird die Bordsteinkante bis auf wenige Zentimeter an die Bushöhe angeglichen. So können Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer eigenständig einsteigen und sind nicht auf fremde Hilfe angewiesen, da Bus und Gehweg nahezu niveaugleich sind. "Unser Hauptziel ist es, jedem die selbstständige Nutzung des Nahverkehrs zu ermöglichen", erklärte der OB. Der stellvertretende Leiter des Tiefbauamts, Josef Setzer, erläuterte, dass im Zuge des Umbaus die Radwegführung hinter das Bushäuschen gelegt wurde, damit Fußgänger und Radfahrer sich nicht in die Quere kommen. Insgesamt hat der beidseitige Ausbau rund 280 000 Euro gekostet und von Anfang September bis Ende November gedauert. Geplant hat das Vorhaben das Ingenieurbüro Renner und Hartmann Consult. Umgesetzt wurde die Baumaßnahme von der Firma Pichl aus Hiltersdorf (Gemeinde Freudenberg).

Auch im kommenden Jahr sollen wieder zwei bis drei Haltestellen barrierefrei umgestaltet werden. "Die Haushaltsmittel dafür stehen bereit", sagte der Oberbürgermeister. Die Regierung der Oberpfalz und der Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) finanzieren die Maßnahmen mit. Welche Stopps als nächstes umgebaut werden, ist noch nicht bekannt. "Im Moment ist Gailoh wegen anderer Umbaumaßnahmen in der engeren Auswahl. Grundsätzlich orientieren wir uns dabei an stark frequentierten Haltestellen, wie auch die am Kurfürstenring eine ist", erklärte Hans-Jürgen Haas.

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