28.11.2019 - 12:02 Uhr
AmbergOberpfalz

Kurzfilm-Festival: Mit falschem Grinsen zum Sieg

Beim Kurzfilmwettbewerb sind talentierte Filmemacher eingeladen, ihre Werke im einmaligen Ambiente des Ring-Theaters vor großem Kinopublikum zu präsentieren. Immer wieder tauchte in den Beiträgen ein Thema auf.

von Karin HegenProfil

In drei Filmen ging es explizit um die grausigen Auswirkungen der Handy-Sucht. 18 Beiträge standen auf dem Programm. Die Jury hatte die Qual der Wahl. Von extrem gruselig bis saukomisch, nachdenklich und niedlich war für jeden Geschmack etwas dabei.

Der Siegerfilm "PIX" von Sophie Linnenbaum aus Berlin zeigte zwar kein einziges modernes Mobilgerät, dafür aber die Manie, das Leben stets in Form von Fotos festzuhalten. In rasender Geschwindigkeit wurden die Kulissen verändert. Die Personen, anfangs noch mit nachdenklicher Miene, setzten bei jedem Kamera-Klick sofort ein falsches Grinsen auf. Der Tradition folgend machte aber ein Film außerhalb der Wertung den Anfang. Die Riedener Grundschule hatte übermäßigen Fernsehkonsum im Programm und setzte das sehr fantasievoll und lustig um. Ein Beispiel: "Du hast jetzt sieben Stunden TV geglotzt. Meinst du, das ist gut für das Gerät?" Der Regionalpreis ging an Christopher Hassler und für seinen Schocker "Out of the box". Kennt man den Titel in Amberg in einem anderen Zusammenhang (ADHS-Kinder, die raus aus der Isolation wollen und sollen), so hat Hassler ihn wörtlich genommen. Im Keller einer Gartenlaube steht eine Holzkiste, aus der ein "Irgendetwas" entweicht und die Protagonistin schließlich darin verschwinden lässt. Der Sinn des Lebens stand bei der diesjährigen Auswahl ebenfalls im Vordergrund. Jan Riesenbeck aus Kassel hat in seinem "Facelift" unglaublich kreativ und künstlerisch perfekt das Ringen um die eigene Identität umgesetzt. Dafür erhielt er den dritten Preis. Pure Unterhaltung bietet der Trickfilm von Antje Heyn aus Berlin "Cat Lake City". Zum Inhalt: Eine Katze macht Urlaub und muss sich mit drei Enten und ihrem Gummitier abplagen. Die Zeichnungen sind auf das Wesentliche minimiert, dafür aber die Ideen, was der Mietze alles passiert, am Maximum. Der Streifen mit seiner Botschaft, "sich ärgern bringt gar nichts", brachte alle zum Lachen und wurde mit Platz zwei belohnt.

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