14.02.2019 - 18:07 Uhr
AmbergOberpfalz

"Der Letzte kam zehn vor acht"

4733 Amberger setzten ihre Unterschrift in die Liste für das Volksbegehren Artenvielfalt. Das sind 14,6 Prozent der Stimmberechtigten. Im Landkreis Amberg-Sulzbach unterschrieben 12.925 Menschen. Das sind sogar 15,8 Prozent.

Dicht drängten sich die Unterstützer des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" am ersten Eintragungstag vor dem Wahllokal im Haus für Bürgerdienste in Sulzbach-Rosenberg.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

4733 Amberger setzten ihre Unterschrift in die Liste für das Volksbegehren Artenvielfalt. Das sind 14,7 Prozent der Stimmberechtigten. Im Landkreis Amberg-Sulzbach unterschrieben 12 925 Menschen. Das sind sogar 15,8 Prozent. Insgesamt hatte das erfolgreiche Begehren somit 17 658 Befürworter in der Region.

„Der Letzte kam um zehn vor acht“, sagte Martin Schafbauer vom Einwohneramt der Stadt Amberg. Die Resonanz hat selbst die Mitarbeiter in der Stadtverwaltung überrascht. Am letzten Tag trugen sich noch 476 Personen ein – obwohl von den Initiatoren bereits bekannt gemacht worden war, dass die Eine-Million-Hürde in Bayern geschafft ist. Stärkster Tag war Dienstag, 12. Februar, mit 573 Unterschriften, gefolgt vom Samstag, 9. Februar, (566). Wenig Resonanz gab es dagegen am verlängerten Glatteis-Donnerstag (7. Februar). „Wir hätten das Ergebnis wesentlich geringer eingeschätzt“, gab der Leiter des Einwohneramtes unumwunden zu. Dass es beispielsweise gleichauf mit dem Nichtraucherschutzgesetz in Amberg liege, habe ihn doch überrascht. Insbesondere die starke Werbung der Befürworter hätte das Ergebnis beeinflusst. In der Fußgängerzone wurden von sogenannten Rathaus-Piloten in gelben Warnwesten mit der Aufschrift „Rettet die Bienen“ gezielt Leute angesprochen. Schafbauer konnte auch während der Eintragungszeit „kein bestimmtes Klientel“ ausmachen. Junge und alte sowie Leute aus – politisch gesehen – allen Richtungen würden die Befürworter des Volksbegehrens auf eine „breite Basis“ stellen. Im Landkreis Amberg-Sulzbach trudelten am Donnerstagvormittag die Meldungen aus den Gemeinden ein. Spitzenreiter hier war Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg. Satte 22,6 Prozent von insgesamt 1984 Stimmberechtigten hatten sich in die Liste eingetragen. Auf den zweiten Platz unterzeichneten sich die Poppenrichter: 21,6 Prozent von 2710 Bürgern trugen sich im Rathaus ein. Aber auch die Hirschauer, Vilsecker, Ensdorfer und Kastler kamen deutlich über 18 Prozent. Schlusslicht bei den Eintragungen für das Volksbegehren beim Vergleich mit den Gemeinden ist Gebenbach (11,2 Prozent), gefolgt von Birgland (12,0) und Illschwang (13,1).

Bei Christoph Zollbrecht in Schmidmühlen liefen die organisatorischen Fäden der Volksbegehren-Unterstützer zusammen. Etwa 30 bis 40 Personen zählten zu dem Helferkreis. Sie kamen aus den unterschiedlichsten Kreisen wie ÖDP, Grüne, Bund Naturschutz, LBV, Fischereivereine oder Imker. „Die Zusammenarbeit war super. Wir haben gigantischen Zuspruch erhalten.“ Die Zahlen würden für sich sprechen. Insbesondere auch die Tatsache, dass in den Landkreisgemeinden ebenfalls viele Menschen zur Unterschrift mobilisiert wurden, habe gezeigt, dass es die Befürworter nicht nur in der Stadt gebe. „Und wir hatten in den vergangenen zehn Tagen wirklich das dreckigste Wetter des ganzen Jahres“, beschrieb Zollbrecht die widrigen äußeren Umstände.

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