13.06.2019 - 15:51 Uhr
AmbergOberpfalz

Letzte Ruhestätte für Sternenkinder

Jedes Leben hinterlässt Spuren, sei es noch so kurz und zerbrechlich: Das gilt insbesondere für Sternenkinder. Im Waldfriedhof gibt es für sie einen Platz der Trauer und der Erinnerung.

Das Grabfeld für Sternenkinder auf dem Raigeringer Waldfriedhof.
von Externer BeitragProfil

Die Schwangerenberatungsstelle Donum Vitae und der Hospizverein geben Eltern und Angehören die Möglichkeit, sich von den kleinen Menschen zu verabschieden. Vierteljährlich finden ökumenische Gedenkgottesdienste für Eltern und Angehörige aller Konfessionen und Weltanschauungen auf dem Raigeringer Friedhof statt.

Das Sternenkindergrabfeld auf dem Raigeringer Waldfriedhof, das die Stadt Amberg kostenlos zur Verfügung stellt, gibt es seit 2003. Es ist für Eltern ein tröstlicher Ort, der ihnen laut einer Pressemitteilung dabei hilft, mit dem Verlust besser umgehen zu lernen. Viele kämen erst im Nachhinein und schmückten ihre gekennzeichnete Grabfläche. Erinnerungsgegenstände wie Engel, Teddybären und Kerzen drücken die Trauer aus. Damit dieser besondere Ort übersichtlich bleibt, kümmern sich Ute Schieder, die Leiterin der Donum Vitae Schwangerenberatungsstelle, und acht ehrenamtliche Helfer darum. Zu ihren Aufgaben gehört die wöchentliche Grabpflege, auch achten sie darauf, dass die Friedhofsordnung eingehalten werde.

Nicht leicht fällt es den Ehrenamtlichen, von den liebevoll dekorierten Grabflächen die Engel, wenn sie über 20 Zentimeter groß sind, oder die angepflanztem Lebensbäume zu entfernen. Im Vorfeld der jüngsten Sternenkinder-Beisetzung haben die Helfer die Grabflächen der letzten Reihe von Steinumrandungen und Figuren leergeräumt, damit der Bauhof die letzten acht Granitsteine setzen konnte.

Im Anschluss wurden um alle Grabstellen Buchsbaum gesetzt. Die Kosten für die Granitsteine sowie das Umsetzen des Grabsteines finanziert sich laut Donum Vitae durch Spenden aus der Amberger Bürgerstiftung und der Sparkassenstiftung.

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Kind eine Existenz geben

Für ihre Kinder, die mit unter 500 Gramm tot geboren wurden, können Eltern beim zuständigen Standesamt die Geburt dauerhaft dokumentieren lassen und ihrem Kind damit offiziell eine Existenz geben. Dies ist jedoch keine Pflicht. In die Bescheinigung können Angaben zum Kind (vorgesehener Vor- und Familienname, Geschlecht, Geburtstag und -ort sowie Angaben zu Mutter und Vater) aufgenommen werden. Die Erteilung der Bescheinigung ist laut Donum Vitae nicht von einer bestimmten Dauer der Schwangerschaft oder einem Mindestgewicht des tot geborenen Kindes abhängig. Eine Fehlgeburt wird weiterhin nicht im Personenstandsregister beurkundet und die ausgestellte Bescheinigung ist keine Personenstandsurkunde.

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