23.07.2018 - 17:47 Uhr
AmbergOberpfalz

Lüdecke: Es läuft mit Kuppel-Bar

Klaus Herdegen spricht von einem besonderen Tag für Lüdecke und Isolde Bogner spürt schon Stunden vor Beginn ein "Prickeln in der Luft". Die 180 Mitarbeiter empfinden das genauso wie ihre Gesellschafter und freuen sich aufs Betriebsfest.

Die Kuppel-Bar gehört zum neuen Tagungs- und Seminarzentrum von Lüdecke, das auch extern für solche Zwecke genutzt werden kann. An der Wand hier hängt der Amberg-Stadtplan von Architekturzeichner Pablo de la Riestra, in anderen Bereichen sind es Kunstwerke von Wilhelm Koch, die Stil geben.
von Thomas Amann Kontakt Profil

(ath) Damit werden die gute Entwicklung und die ständige Erweiterung des Kupplungsspezialisten gefeiert. Das geschieht ab Freitagnachmittag bis in den späten Abend hinein, obwohl schon seit Donnerstagnacht produktionsfrei ist. Zur Vorbereitung aufs Sommerfest wird der Vormittag genutzt, um sämtliche Werksbereiche an der Heinrich-Hauck-Straße, vor allem die Fertigungshallen, mal richtig herauszuputzen. Im wahrsten Sinn des Wortes: An allen Ecken und Enden wird geschrubbt und gewienert - und alle machen begeistert mit, um sich und ihre Arbeitsplätze im besten Licht zu präsentieren.

Dabei tun sie das nicht für irgendwelche hochrangigen Gäste, die kämen und bei Betriebsbesichtigungen beeindruckt werden müssten. Im Gegenteil geht es in erster Linie um die eigenen Familienmitglieder, die jeder Beschäftigte mitbringen darf. Um den Lieben mal das eigene Arbeitsumfeld und das ganze Unternehmen zu zeigen, das sich in den vergangenen fünf Jahren tatsächlich stark verändert hat. Der 2015 verstorbene Firmeninhaber Erwin Bogner hatte dafür die entscheidenden Weichen gestellt. Durch ihn entwickelte sich Lüdecke zu einer Top-Adresse für hochwertige Kupplungssysteme. Unter seiner Regie entstanden Planung und Start des Neubaus.

Lüdecke ist allein von der Mitarbeiterzahl ums Doppelte gewachsen, hat auftragsmäßig und von seiner Produktvielfalt ebenso rasant zugelegt und musste deshalb räumlich mehrfach vergrößert werden. Bereits 1999 wurde ein vollautomatisches Hochregallager am bestehenden Standort in Betrieb genommen (2013 erweitert), um 2015 mit der Ergänzung von Produktionshallen, neuer Warenannahme, einem Schulungs- und Seminarzentrum samt Dachterrasse, Bar und Kantine fortzufahren.

Zentrum für Seminare

Die zusätzlichen Werkshallen werden bereits seit 2016 genutzt, weitere interne Bereiche im Neubau seit vergangenem Jahr, während das Seminarzentrum, das auch Gästen, Veranstaltern und Interessenten von außen zugänglich ist, seit heuer seine Möglichkeiten entfaltet. Nur zu etwa einem Drittel wird es gegenwärtig laut Herdegen von Lüdecke selbst belegt, hat demnach noch Kapazitäten für Seminare und Tagungen frei. Ganz- oder Mehrtagesveranstaltungen dieser Art seien kein Problem, weil mit der eigenen Bar und Kantine inklusive Mittagessen und Snacks Vollversorgung zur Verfügung stehe.

Das kommt natürlich auch Lüdecke selbst zugute, weil neben den Mitarbeitern auch Kunden, die oft zu eintägigen Besuchen kommen, im Zuge einer obligatorischen Betriebsführung im hochklassigen Ambiente aus Sichtbeton und viel Holz (plus Kunstwerken von Wilhelm Koch an den Wänden) bedient werden können und sich so die gesamte Firma im durchdachten modernen Licht präsentiert. Witzige Namen wie Kuppel-Bar, Lern-Bar und Kost-Bar für Kantine und Lehrräume tragen zum pfiffigen Konzept bei. Und die Aussicht von der Dachterrasse bis zur Altstadt und auf den Grüngürtel der nahe gelegenen Vilsaue ist "gigantisch", freut sich Geschäftsführender Gesellschafter Klaus Herdegen. Aber er betont auch: "Das alles muss sich rentieren und rechnen. Deshalb muss jeden Tag hart gearbeitet werden." Zweistellige Wachstumsraten heuer bestätigten das, wenngleich Herdegen von einem "Konsolidierungsjahr" spricht, in dem die Firma nach all den bewältigten Aufgaben erst mal wieder Luft holt.

1000 Gäste im Firmenpark

Vor allem seinen Mitarbeitern, die diese Wachstumsphase ohne Klagen und mit viel Engagement mitgetragen hätten, spricht er ein dickes Lob aus. Deshalb standen sie beim Sommerfest mit Essen, Trinken, Spielen für die Kinder, Live-Musik und einem Kunstfeuerwerk im Mittelpunkt. An die 1000 Besucher kamen ganz ohne offizielle Ansprachen oder Zwänge in den Lüdecke-Park schräg gegenüber vom Neubau. Die Bezeichnung trifft doppelt zu, weil neben Parkplätzen fürs Personal eine kleine grüne Oase entstanden ist. Durch die einstige Baufirma Thomas, die hier früher samt abgerissener Eigentümervilla ihren Sitz hatte, existierte schon ein Garten, der nach dem Grundstückskauf von Lüdecke ökologisch aufgemöbelt wurde: mit vier eigenen Bienenvölkern, Teich, Kräuterbeeten, einer Wildblumen- und Kleewiese.

"Ein Naturparadies", wie Herdegen findet, der auch sonst das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit in seinem Betrieb vorantreibt. Beim Lüdecke-Park gerät er gar ins Schwärmen wie seine Bienen und nennt ihn "Ambergs schönsten Biergarten". Am Freitag wurde er nicht zum ersten Mal als solcher genutzt von 1000 fröhlich feiernden Leuten, die sich über diese weitere Evolutionsstufe der Amberger Vorzeigefirma freuten.

Vorm Neubau im Lüdecke-Park steht beim Sommer- und Einweihungsfest eine Essensstandmeile fast wie am Bergfest. Bis in die Nacht hinein feiern hier in der grünen Oase der Firma an die 1000 Leute.
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