22.09.2019 - 12:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Mitarbeiter der Jura-Werkstätten gewinnen Wette

Es dürften an die 1000 Besucher gewesen sein, die am Samstag der Einladung in die Jura-Werkstätten gefolgt waren. Sie sahen moderne Arbeitsplätze in großzügigen Werkshallen. Und es gab einige Überraschungen beim Tag der offenen Tür.

Diese Wette war eigentlich aussichtslos. Zwei Mitarbeiter der Jura-Werkstätten punkteten locker an ihrem Arbeitsplatz in Sachen Schnelligkeit gegen die Kontrahenten, die zum ersten Mal diese Arbeitsschritte ausführen mussten.
von uscProfil

Die Organisatoren steckten viel Zeit in die Vorbereitung, sagte Geschäftsführer Bernhard Albrecht. Damit zeigte sich die Einrichtung mit ihren 330 Beschäftigten von ihrer besten Seite. Die Menschen mit Behinderungen bewiesen ihre handwerklichen Fertigkeiten, Freude am Gruppentanz, Chorsingen und Musizieren.

Bezirksrat Martin Preuß und Joachim Rauhut, Leiter des Fachzentrums Teile bei der Siemens AG in Amberg, für das die Mitarbeiter der Jura-Werkstätten kleine Komponenten herstellen, traten zur Freude der Beschäftigten und der zahlreichen Besucher zu einer eigentlich aussichtslosen Wette an. Es galt, gegen zwei Beschäftigte an zwei verschiedenen Arbeitsplätzen in Sachen handwerklicher Geschicklichkeit bei der Montage ehrenvoll zu bestehen.

Joachim Rauhut bekam es bei Wette 1 am Arbeitsplatz "Gewindestift einschrauben" mit Michael Fruth zu tun. Der junge Mann schaffte in zwei Minuten 36 Werkstücke. Rauhut gab sich mit nur 19 geschlagen. Für die verlorene Wette lädt er eine Gruppe aus diesem Arbeitsbereich ins Amberger Werk ein. Dort werden die Gäste im Casino bewirtet und anschließend durch die Produktionshallen geführt.

Martin Preuß ("Ich bring ja nicht mal einen Nagel gerade in die Wand") war vorgewarnt, als seine Gegnerin Marianne Birndorfer an der Station "Montage Spulenkörper" loslegte und in zwei Minuten spielend 13 Werkstücke unter dem Beifall vieler Zaungäste produzierte. Preuß musste einsehen, dass er da mit drei Exemplaren nicht mithalten konnte. Die verlorene Wette wird bei einem Empfang mit Bewirtung im Rathaus eingelöst. Eduard Freisinger, Vorsitzender der Lebenshilfe, überreichte den beiden Verlierern mit Gewürzen gefüllte Reagenzgläser, die im Haus von Mitarbeitern der Förderstelle abgefüllt werden.

Vorsitzender Freisinger nahm vor der Wette die Gelegenheit wahr, kurz auf den Neubau einzugehen, der in seiner 20-jährigen Vorstandstätigkeit die größte Herausforderung war, wie er selbst eingestand. Das Konzept für die Werkstatt und auch für die großzügigen Erholungsräume sei voll aufgegangen, versicherte er. Die Mitarbeiter könnten im Lichthof zur Ruhe kommen und sich entspannen. Die hellen Räume und deren Größe hätten sehr gute Rückmeldungen ausgelöst, sagte Freisinger.

Mit Blick auf die nächsten Vorhaben erwähnte er den Bau zweier neuer schulvorbereitender Einrichtungen in Amberg und Schwandorf und ein speziell auf Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zugeschnittenen Wohnheim neben der ehemaligen Möhlkaserne in Amberg.

Es gab viel zu sehen bei den Werkstattführungen und das eine oder andere Mitbringsel am Verkaufsstand mit Werkstattprodukten zu erwerben. Die Küche gab ihr Bestes, die Männer vom Gartenbaubetrieb der Lebenshilfe "JuraGrün" stellten auf dem Freigelände ihre breite Leistungspalette vor und die bei der Weltmeisterschaft erfolgreichen Basketballer platzierten ihre Bälle zielgenau im Korb.

Vom Rhythmus im Blut der Sänger und Musiker überzeugten Jura-Band und Tanzgruppen. Maria Segerer dirigierte in Vertretung von Leiterin Julia Stang. Als Gäste peppte die Rettungshundestaffel Amberg-Sulzbach des Roten Kreuzes das Tagesprogramm auf. Zehn Hunde verschiedener Rassen ließen sich von den Besuchern streicheln, darunter drei fertig ausgebildete Vierbeiner. Katharina Mayer erläuterte die Ausbildungsziele. An zwei praktischen Beispielen zeigten die Hunde, dass sie das Verbellen gefundener Vermisster beherrschen. Dafür gab es reichlich Beifall.

Die Jura-Band hat Rhythmus im Blut.
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