16.01.2019 - 11:07 Uhr
AmbergOberpfalz

MS Ambulanz hat sich gut etabliert

Dank neuer Medikamente hat die Multiple Sklerose (MS) inzwischen ihren Schrecken verloren. Die MS-Ambulanz im Klinikum ist ein wichtiger Baustein bei der Behandlung dieser tückischen Krankheit.

Dr. Thorsten Heider mit "MS Nurse" Marion Fuchs bei der Koordinierung der Termine.
von Externer BeitragProfil

Im Juli 2017 wurde am Klinikum St. Marien unter dem Dach der Klinik für Neurologie eine Ambulanz für Patienten mit Multipler Sklerose (MS) eröffnet. Bei der MS handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Gehirns und des Rückenmarks, die häufig im jungen Erwachsenenalter beginnt. Die Betroffenen können durch Lähmungen, Sensibilitätsstörungen oder auch durch eine verminderte Leistungsfähigkeit betroffen sein.

Das Wissen bündeln

Gerade im Bereich der medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten wurden laut Pressemeldung des Klinikums in den vergangenen zehn Jahren große Fortschritte erzielt, so dass die Erkrankung mittlerweile ihren Schrecken verloren hat. In enger Zusammenarbeit und mit Zustimmung der niedergelassenen neurologischen Fachkollegen entstand von daher schon vor Jahren die Idee, das Fachwissen auf diesem Gebiet zu bündeln und den Patienten der Region zukommen zu lassen.

Dr. Thorsten Heider wird als ärztlicher Leiter der Ambulanz dabei von Marion Fuchs, einer speziell ausgebildeten medizinischen Fachangestellten ("MS-Nurse"), unterstützt. Gemeinsam erfasst dieses Team die oft umfangreiche medizinische Vorgeschichte der Patienten, nimmt die klinischen und laborchemischen Untersuchungen vor und steuert die Behandlung. Diese kann mittlerweile beispielsweise durch Infusionstherapien in der Klinik für Neurologie ambulant angeboten werden. Während dieser häufig aufwendigen, mehrstündigen Behandlungen werden die Patienten dabei engmaschig professionell überwacht. "Was verdeutlicht, dass diese Form der Therapie durch die niedergelassenen Kollegen nur schwer zu leisten ist", teilt das Klinikum mit. Die MS Ambulanz verstehe sich somit auch in dieser Hinsicht als ergänzendes Element zu den vorhandenen Versorgungsangeboten.

Bereits vor dem Umzug der Abteilung im März 2018 seien die diesbezüglich notwendigen Anforderungen an die Räumlichkeiten berücksichtigt worden, so dass die komplette Versorgung nunmehr auf einer Ebene mit kurzen Wegen gewährleistet sei. Von Dr. Thorsten Heider würden häufig Zweitmeinungen zu bestimmten Thematiken wie speziellen Medikamenten, Medikamentenumstellungen oder auch zu dem Bereich MS und Schwangerschaft erbeten.

Oft vorinformiert

Oft hätten sich Patienten bereits umfassend vorinformiert und benötigen nur noch eine spezielle Expertise, um für sich eine Entscheidung zu treffen. Da die radiologische Bildgebung im Verlauf der Krankheit ebenfalls wichtige Informationen für die weitere Therapieplanung und Überwachung liefere, sei die Einbindung der Expertise des Neuroradiologischen Zentrums Nordost Bayern unter der Leitung von Dr. Finkenzeller vom Kooperationspartner, dem Klinikum Weiden, erfolgt.

Um auch den wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden, ist das Team der Spezial- Ambulanz zudem eng in entsprechende MS-Studien eingebunden. Hier wurde in den letzten Monaten eine enge Zusammenarbeit insbesondere mit der Friedrich-Alexander Universität Erlangen aufgebaut.

Nach nunmehr gut einem Jahr fällt die Bilanz von Thorsten Heider und Marion Fuchs folglich äußerst positiv aus: "Unser Angebot wird hervorragend angenommen, die Patienten sind dankbar und wir konnten die enge Zusammenarbeit mit unseren niedergelassenen Fachkollegen weiter vertiefen."

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