21.10.2018 - 13:19 Uhr
AmbergOberpfalz

"Sie müssen nicht deutscher werden als wir Deutsche"

Bunter und vielfältiger kann man sich die Zusammensetzung jener Neubürger gar nicht vorstellen, wie sie sich am Freitagabend im Amberger Rathaus als neue deutsche Staatsangehörige vorstellten.

Eine relativ große Altersspanne gibt es bei den neuen deutschen Staatsangehörigen, für die der Landkreis und die Stadt eine gemeinsame Einbürgerungsfeier im Rathaussaal ausrichten. Sie reicht von der Mittelschülerin aus dem Irak bis hin zum Rentner aus Moldau.
von uscProfil

Ihre Herkunftsländer reichen von Polen bis Mexiko und Chile, von Griechenland bis China und Thailand. "Herzlich willkommen" stand auf dem Banner, das am Balkon des Rathauses hing. Darauf waren sicherlich all jene Sprachen vertreten, die die Kinder und Erwachsenen in ihrer alten Heimat gesprochen haben.

Landkreis und Stadt hatten gemeinsam eingeladen. Von den 18 Neubürgern stammen acht aus dem Landkreis. 16 von ihnen haben schon im Laufe des Jahres den deutschen Pass erhalten, zwei wurde die Einbürgerungsurkunde bei der Feier im Rathaus überreicht, an eine Frau aus Polen, die in Ammerthal wohnt, und an ein junges Mädchen aus dem Irak, das derzeit noch die Integrationsklasse an der Luitpoldschule in Amberg besucht. Irma Axt, die als Übersiedlerin an der Volkshochschule des Landkreises seit Jahren Integrationsarbeit leistet, hatte als kleines Willkommensgeschenk für alle Neubürger unter anderem ein bayerisches Kochbuch mitgebracht.

Cerny freute, dass die jeweiligen Rathauschefs ihre Neubürger begleiteten. Sie wohnen in Amberg, Ammerthal, Sulzbach-Rosenberg, Hirschau, Poppenricht und Schmidmühlen. Cerny nannte die Einbürgerung ein einmaliges Ereignis im Leben. Die Neubürger hätten sich zu Deutschland bekannt, freiwillig und ganz bewusst. "Und unser Land bekennt sich zu ihnen", versicherte er.

Ihre Lebensgeschichten seien so unterschiedlich wie die Gründe und Wege, die sie hierher nach Deutschland geführt hätten. Einige von ihnen sind nach Cernys Worten hier geboren und auch aufgewachsen. Andere kamen als Arbeiter, Führungskräfte, oder Wissenschaftler. Aber: "Manche sind vor Gewalt und Unterdrückung geflohen, andere suchten ein besseres, ein freieres Leben für sich und ihre Kinder, wieder andere folgten einfach dem Glück und der Liebe."

Diese Vielfältigkeit zeige sich auch bei einem Blick auf die Herkunftsländer: Griechenland, Indien, Spanien, Mexiko, Polen, Moldau, Irak, Russland, China, Großbritannien, Rumänien, Chile und Thailand. Cerny: "Diese Vielfalt verbindet unsere Stadt mit der ganzen Welt". Cerny sagte aber auch: "Wir alle wissen, dass dieses Zusammenleben oft schwierig ist." Landrat Richard Reisinger, der im Verlauf der Feier abwechselnd mit dem Oberbürgermeister die Neubürger vorstellte, würdigte die Arbeit, die das Bündnis Migration und Integration leiste, das von Stadt und Kreis getragen werde. Reisinger beruhigte die neuen Staatsbürger mit dem Hinweis: "Sie müssen nicht deutscher werden als wir Deutsche."

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