Amberg
10.06.2019 - 14:12 Uhr

Neubürger lernen Stadt kennen

Die Integration Zugewanderter oder Geflüchteter ist der Bildungskoordinatorin für neu Zugewanderte und den Maltesern ein großes Anliegen. Umso enttäuschender war für sie das geringe Echo zum Diversity-Tag in Amberg.

von usc
In leicht verständlichem Deutsch machte Stadtführerin Lilian Gruber (rechts) die ausländischen Neubürger mit Sehens- und Wissenswertem bekannt. Die Bildungskoordinatorin für neu Zugewanderte, Christina Gerl (Zweite von rechts), hatte die Aktion organisiert. Bild: usc
In leicht verständlichem Deutsch machte Stadtführerin Lilian Gruber (rechts) die ausländischen Neubürger mit Sehens- und Wissenswertem bekannt. Die Bildungskoordinatorin für neu Zugewanderte, Christina Gerl (Zweite von rechts), hatte die Aktion organisiert.

Angeboten hatten Ehrenamtliche in der Integrationshilfe eine Stadtführung und ein gemeinsames Grillen im ehemaligen Jugendgarten im LGS-Gelände. Mit großem Engagement kümmert sich die Bildungskoordinatorin für neu Zugewanderte, Christina Gerl, aus dem interkommunalen Bündnis für Migration und Integration um diverse Angebote für Migranten. Unterstützung erfährt sie von Astrid Knab, Ehrenamtskoordinatorin des Malteser-Hilfsdienstes.

Gerl arbeitet mit Sozialverbänden, der Volkshochschule und Bildungsträgern wie ISE oder Kolping zusammen. Ihr Bildungsangebot richtet sich auch an Mütter, die sonst wenig Kontakt zu den Einheimischen finden. Die Bedeutung der Maßnahmen zur Integration der Zugewanderten unterstrich Gerl mit Zahlen: Elf Prozent der Amberger Bevölkerung habe einen ausländischen Pass. In der Stadt leben Menschen aus rund 100 Nationen. Steigend sei der Trend beim Zuzug aus EU-Staaten. Hauptherkunftsländer der ausländischen Mitbürger seien heute der Irak, Polen, Syrien, Türkei und Rumänien. Es war wohl die ungünstige Wettervorhersage, die potenzielle Interessenten von der Teilnahme abhielt. Stadtführerin Lilian Gruber hatte nur eine kleine Gruppe zu betreuen.

Mit leichtem Deutsch versuchte sie den Zugewanderten Sehenswürdigkeiten und historisch Bedeutsames in der Stadt zu vermitteln, keine leichte Aufgabe für Personen, die sich in ihrem neuen Kulturkreis noch nicht so auskennen und unterschiedliche Sprachkompetenzen aufweisen. Der Rundgang klang gesellig im interkulturellen Garten auf dem LGS-Gelände aus. Dort hatten die Integrationslotsen Birgitta Hofmann und Monika Kotlenga vegetarische Zutaten für das Grillfest vorbereitet.

Mit Rücksicht auf die religiöse Bindung der Gäste lagen nur Hähnchenschlegel und Putensteaks auf dem offenen Grill. Auch arabisches Brot wurde angeboten. Das Areal, das früher der Bund Naturschutz betreute, wird jetzt Zug um Zug unter Einbeziehung von Migranten zu einem interkulturellen Garten ausgebaut. So legten sie nach Schilderungen von Astrid Knab Anfang des Jahres eigene Beete an und beteiligten sich dort an Gemeinschaftsarbeiten.

Dadurch oder beispielsweise beim gemeinsamen Kochen der Nationen will man erreichen, dass die Integration in die Gesellschaft und soziale Teilhabe von Menschen mit Fluchterfahrung gelingt. Dieses Projekt wird übrigens durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert. Wer mitmachen möchte, kann sich bei Astrid Knab (43 33 55; astrid.knab[at]malteser[dot]org) melden.

Einheimische und Zuwanderer saßen zum Abschluss gemütlich beim Grillen im künftigen interkulturellen Garten im ehemaligen LGS-Gelände zusammen. Bild: usc
Einheimische und Zuwanderer saßen zum Abschluss gemütlich beim Grillen im künftigen interkulturellen Garten im ehemaligen LGS-Gelände zusammen.
 
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