13.08.2019 - 16:45 Uhr
AmbergOberpfalz

Neue Treppentürme am Gregor-Mendel-Gymnasium sind zum Davonlaufen

Sie tragen den richtigen Namen: Fluchttürme. Genau so sehen sie nach Ansicht vieler Bürger auch aus - zum Davonlaufen! Schön sind sie wirklich nicht, die zwei Metall-Treppentürme, die neu am Haupteingang des Gregor-Mendel-Gymnasiums stehen.

In einer Art Gerüstbauweise aus entsprechend leichterem Material – nicht als massive Stahlkonstruktion eines Schlosserbetriebs – sind die zwei Fluchttürme links und rechts vom Haupteingang des GMG entstanden. Sie sind sowohl am Neu- als auch am Altbau nur mit Haken an den Fassaden eingehängt.
von Thomas Amann Kontakt Profil

"Jessas, was ist denn das?", "Was für hässliche Monstrüm(m)er - die verschandeln ja den ganzen Eingangsbereich" und "Braucht's das?", lauten die Fragen vieler Passanten, die hier vorbeikommen und teils sogar stehen bleiben, um sich das Ganze genauer anzuschauen und dann überwiegend den Kopf zu schütteln. Also, was steckt hinter dieser Maßnahme, die in anderen Formen und Ausprägungen mitunter auch an weiteren öffentlichen Gebäuden zu finden ist: Am Amtsgericht in der Paulanergasse ist Ähnliches entstanden und auch die Raigeringer Grundschule soll bald mit einer außen angebrachten Fluchttreppe aus Metall versehen werden, wenngleich diese im rückwärtigen Teil geplant ist und dadurch von Front- und Straßenseite her nicht arg auffallen wird.

Sicherer Rettungsweg

In Sachen Gregor-Mendel-Gymnasium klärt die städtische Pressesprecherin Susanne Schwab auf, nachdem die Kommune Sachaufwandsträger für den Baubedarf der Schulen ist: "Die Treppentürme werden derzeit im Zuge einer Brandschutzsanierung erstellt. Sie wurden notwendig, um für die Schüler und Lehrer einen nach heutigem Stand sicheren zweiten Rettungsweg für den Brandfall zu gewährleisten." Es handle sich bei der gewählten Variante um eine "Gerüsttreppen-Systemlösung, die als Interimslösung bis zum Start einer Generalsanierung des GMG diesen Rettungsweg sicherstellen wird". Wann die über 650 Gymnasiasten zählende Schule an der Moritzstraße - die Türme stehen allerdings zur viel stärker befahrenen und besser einsehbaren Raigeringer Straße hin - saniert wird, steht noch nicht fest. Dafür gibt es laut Schwab noch nicht mal einen Zeitplan. Dennoch: Weil die zwei Fluchttreppen dann wieder abgerissen werden müssten, habe man sich "dem Wirtschaftlichkeitsgrundsatz folgend für ein Provisorium anstatt einer rund vierfach teureren Schlosser-Lösung entschieden".

Vorübergehende Lösung

Im Vordergrund der ganzen Maßnahme steht nach Auskunft der Pressesprecherin aber "ganz klar das Kindeswohl". Das Gleiche gelte selbstverständlich auch für die bereits erwähnte Grundschule am Raigeringer Häustbergweg, wo ein zweigeschossiger Gerüsttreppenturm ebenfalls als "vorübergehende Lösung" geplant sei.

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