28.03.2019 - 14:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Niemand fährt auf diesen Alfa ab

"Der Sportwagen, den niemand will" titelt das Online-Portal "Bayreuther Tagblatt" (BT) über den Alfa Romeo Brera - zugelassen in Amberg-Sulzbach. Seit eineinhalb Jahren steht er in Bayreuth. Vom Besitzer oder Fahrer keine Spur.

von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Für BT-Redaktionsleiter Thorsten Gütling stellen sich viele Fragen, Was ist mit dem Halter dieses Wagens? Es ist zwar im Innenraum ziemlich vermüllt, aber keineswegs eine Schrottkiste. Im Internet werden solche Autos, je nach Baujahr zwischen 5000 und 15 000 Euro taxiert, wenn sie zehn Jahre auf dem Buckel haben. Also nicht unbedingt ein Fall für Schrottpresse.

Deshalb stellte sich für das BT die Frage danach, "Welches Schicksal verbirgt sich hinter dem Halter des Autos?" Warum lässt jemand einen nicht ganz wertlosen Italo-Flitzer in einer fremden Stadt ganz einfach eineinhalb Jahre stehen? Hat sich der einstige Halter ganz einfach entschlossen, sein Leben fortan Auto-los zu führen? Ist das Portemonnaie so prall gefüllt, dass es auf den Alfa einfach nicht drauf ankommt? Oder gibt es eine tragische Entwicklung?

Hier geht's zum Original-Artikel beim Bayreuther Tagblatt: "Der Sportwagen, den niemand will"

Fragen über Fragen. Und darüber Behörden-Hick-Hack zwischen dem oberpfälzischen Amberg-Sulzbach und dem Umweltamt der oberfränkischen Altstadt wegen der Existenz des Fahrzeugs: "Ganz oben in Meyernberg, kurz vor der Reha-Klinik, steht ein Auto. Teuer sieht es aus. Alfa Romeo Brera steht drauf. Wie alt das Modell ist, darüber kann nur spekuliert werden. Fest steht: Es steht seit eineinhalb Jahren dort. Zugemüllt. Illegal. Und Polizei und Stadt wissen davon", schildert Gütling die aktuelle Situation.

Die Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt habe bereits im Oktober 2017 die AS-Kennzeichen des schwarzen Sportwagen entstempeln lassen. Von dort hieß es laut BT, "dass der unerlaubt abgestellte Wagen von Anwohnern gemeldet" worden sei. Bei genauerer Überprüfung sei herausgekommen, dass schon seit längerem keine Beiträge mehr an die Versicherung entrichtet worden waren. Und, dass der Versicherungsschutz damit erloschen ist.

Seitdem prange ein großer roter Aufkleber mit der Bitte um Entfernung und der Androhung von 1000 Euro Bußgeld auf der Windschutzscheibe. "Sofort" sei das Fahrzeug zu entfernen, so steht es in großen Lettern geschrieben. Der Aufkleber ist mittlerweile weg. Weil er durch einen neueren ersetzt wurde. Am Nikolaustag 2018. Beide Male habe die Polizei der Stadt Bayreuth das Fahrzeug gemeldet. Denn: "Das Umweltamt ist für die Entfernung zuständig, so Harald Stadter, Pressesprecher der Polizeiinspektion Bayreuth Stadt am Donnerstag gegenüber Oberpfalz-Medien.

Auf Nachfrage beim Umweltamt der Wagner-Stadt hieß es laut BT: "Die Stadt ist über dieses Auto seit längerem informiert." Das Problem: "Das Auto wurde von der zuständigen Zulassungsstelle Amberg-Sulzbach durch die Polizei Bayreuth ,nur' zwangsentstempelt, aber nicht offiziell abgemeldet." Erst nach einer solchen Abmeldung - ob durch den Halter oder die zuständige Zulassungsstelle - könne die Stadt Bayreuth aktiv werden. Die von der Polizei vorgenommene "Zwangsentstempelung" bedeute schließlich nicht, dass der Halter das Fahrzeug nicht mehr fahren wolle. Es könne durch eine neue Hauptuntersuchung wieder fahrtüchtig gemacht werden.

Würde es sich bei dem Alfa offenkundig um Schrott handeln, sähe die Sache anders aus. Dann könnte die Stadt sofort abschleppen. Sie schreibt, so das Bayreuther Tagblatt: "Da das Fahrzeug aber erkennbar kein Schrott ist, kann das Amt für Umweltschutz abfallrechtlich nicht tätig werden."

Statt das Fahrzeug abzumelden, habe der Landkreis Amberg-Sulzbach der Stadt Bayreuth wiederholt zu verstehen gegeben, dass der Halter nicht anzutreffen sei. Das bestätigte am Donnerstag auch die Sprecherin des Landratsamtes, Christine Hollederer.

Insofern bleibe nur Spekulieren, wem der zugemüllte Sportwagen gehören könnte, so das Fazit im BT. Auf den Ledersitzen finden sich demnach neben Kartons und Tüten auch etliche leere Milch-, Bier- und Weinflaschen. Dazu Torwarthandschuhe und Sportklamotten. Auf einer blauen Trainingsjacke in dem Auto steht "....feld" zu lesen. Mehr sei nicht zu erkennen, weil die Jacke zerknüllt ist. Kenner der Fußballszene aus dem Landkreis meinen, dass angesichts des Wortfragments im Landkreis Edelsfeld, Michelfeld oder Ehenfeld in Betracht kämen.

Wie die Sache weitergeht, ist ungewiss. Wer weiß, was es mit dem scheinbar besitzerlosen Alfa Romeo oder aber dessen Halter auf sich hat, kann sich unter erich.lobenhofer[at]oberpfalzmedien[dot]de, 09621 /306 269) melden.

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