28.10.2020 - 16:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Nürnberg nicht Kulturhauptstadt 2025: Ernüchterung in Amberg

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Es wäre so schön gewesen: Nürnberg als Kulturhauptstadt 2025 mit vielen Projekten in der Metropolregion und einer euphorisierten Kunst- und Kulturszene in Amberg. Doch der Titel geht nach Chemnitz. Erste Reaktionen.

Marcus König (CSU), Oberbürgermeister von Nürnberg, während der Online-Pressekonferenz der Europäischen Jury zur Bekanntgabe der Kulturhauptstadt 2025.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Chemnitz jubelt, Nürnberg trauert und auch in Amberg herrscht Ernüchterung. Es wird nix mit der fränkisch-oberpfälzischen Kultursause, bei der auch Amberg und der Landkreis Amberg-Sulzbach in fünf Jahren eine bedeutende Rolle gespielt hätten. "Es ist sehr bedauerlich, dass Nürnberg den Titel der Kulturhauptstadt nun nicht erhalten hat und es somit auch den Mitgliedsstädten der Metropolregion Nürnberg verwehrt bleibt, ihr eigenes kulturelles Potenzial einzubringen", sagt der Amberger Kulturreferent Fabian Kern. Er wäre wohl der ideale Vermittler gewesen, denn Kern war bereits zwei Jahre lang Geschäftsführer des Marketingvereins der Metropolregion. "Amberg wäre sehr gerne dabei gewesen", unterstreicht er. "Aber ich bin mir sicher, dass wir in den kommenden Jahren dennoch jene Projekte planen und in Angriff nehmen können, die für das kommende Jahrzehnt und die Bürger unserer Stadt von Bedeutung sein werden."

Auch Oberbürgermeister Michael Cerny bedauert die Entscheidung der Jury. "Wir hätten uns gefreut, als Stadt Amberg Gastgeber für viele Kulturbegeisterte zu sein", sagt er. Die Planung hätte vorgesehen, dass Amberg unter dem Zeichen der Kulturhauptstadt fest geplante Aktivitäten einer größeren Besucherzahl präsentiert. Cerny: "Schade, dass das nicht klappt." Aber auch ohne dieses Plus an Aktivitäten werde die Stadt alles dafür tun, weiterhin ein attraktives Kulturangebot auf die Beine zu stellen. Cerny versäumt es aber nicht, Chemnitz zu gratulieren und herzliche Grüße nach Sachsen zu schicken.

Andreas Starke, Ratsvorsitzender der Metropolregion Nürnberg und Oberbürgermeister der Stadt Bamberg, richtet den Blick nach vorn. „Auch wenn die Entscheidung heute bedauerlich ist, bin ich überzeugt, dass Nürnberg und die Metropolregion durch den Bewerbungsprozess viel gewonnen haben", gibt er sich zuversichtlich. "Die Dynamik und der Elan mit der regions- und institutionsübergreifend an wegweisenden Kulturprojekten gearbeitet wurde, hat unserer Kulturregion frischen Wind gegeben", sagt er. Die Metropolregion sei jetzt gefordert, anzuschauen, "wo wir anknüpfen und welche Projekte in der Region trotzdem weitergeführt werden".

Für Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach hätte der Titel viele Perspektiven geboten

Amberg
Kommentar:

Kulturhauptstadt 2025: Einfach so tun als ob

In diesem Fall wären wir ausnahmsweise gerne ein Vorort von Nürnberg gewesen: Wäre der Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025 an die Franken-Metropole gegangen hätte, hätte sich auch Amberg in ihrem Glanze sonnen können. Für Amberg und den Landkreis hätte sich ein riesiges Feld neuer kultureller und touristischer Initiativen aufgetan, unterfüttert mit vielen Millionen Euro. Glückwunsch nach Chemnitz!
Was jetzt? Die Entscheidung der Jury muss nicht das Ende bedeuten. Die Bewerbung, die die gesamte Metropolregion einbezogen hat, war so gut, dass es viel zu schade wäre, die Ideen in die Tonne zu treten. Tun wir einfach so, als sei Nürnberg immerwährende Kulturhauptstadt und Amberg mit seiner Geschichte vom Erzabbau bis zur Digitalisierung ein Teil davon. Die Pläne dafür liegen ja auf dem Tisch.

Uli Piehler

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