17.05.2019 - 17:43 Uhr
AmbergOberpfalz

"Der Oberpfälzer Dialekt ist wunderschön"

Die Hessin Manuela Kargl lebt seit neun Jahren in Amberg. In unserer Rubrik "Zugroast" erzählt sie, dass die Oberbayern herzlicher sind. Trotzdem ist sie von ihrer neuen Heimat begeistert - vor allem vom Dialekt.

Die Hessin Manuela Kargl lebt seit neun Jahren in Amberg.
von Julian Trager Kontakt Profil

Manuela Kargl stammt aus dem hessischen Eschwege und lebt seit 2010 in Amberg. Dort arbeitet sie als Verkäuferin im Augustin. Die 50-Jährige findet die Oberbayern zwar - zumindest anfangs - herzlicher als die Oberpfälzer. Trotzdem ist sie von ihrer neuen Heimat begeistert. Besonders vom Dialekt.

ONETZ: Der Oberpfälzer ist ein Grantler und Sturkopf. Stimmt’s?

Manuela Kargl: Ja, es gibt manche, die sind wirklich grantig. Ich war vorher zwölf Jahre in Oberbayern, da ist die Mentalität ganz anders, herzlicher. Beim Oberpfälzer braucht man ziemlich lange, bis man an die Menschen rankommt. Wenn das aber dann der Fall ist, fühlt man sich hier wohl – deshalb bin ich auch noch da.

ONETZ: Mit welchen Vorurteilen und Erwartungen sind Sie in die Oberpfalz gekommen? Und wie lautet jetzt Ihr Fazit?

Nein, ich habe die Oberpfalz gar nicht gekannt. Ich bin nur durch meinen Mann hergekommen. Ich fühle mich hier sauwohl.

ONETZ: Spielen Sie oft mit dem Gedanken, in Ihre alte Heimat zurückzukehren? Wie oft fahren Sie tatsächlich zurück?

Nein, überhaupt nicht. Das kommt überhaupt nicht infrage, weil ich mich hier wohl fühle. Ich habe das Gefühl, dass ich hier zu Hause bin. Zwei bis drei Mal fahre ich aber nach Hessen, aber nur zu Besuch.

ONETZ: Was erzählen Sie dort von Ihrer neuen Heimat? Was würden Sie Ihren Verwandten oder Freunden zuerst zeigen, wenn die zu Besuch in die Oberpfalz kommen?

Ich erzähle jedem, wie begeistert ich von der Oberpfalz bin. Meine Eltern waren schon öfter hier. Mein Papa ist total begeistert von der Maria Hilf, ich habe ihn kaum aus der Kirche rausgekriegt. Auch die Innenstadt haben wir angeschaut, das war kurz vor Weihnachten. Der Christkindlmarkt hat ihnen auch ganz gut gefallen.

ONETZ: Verstehen Sie Ihre Oberpfälzer Kollegen, wenn Sie mit ihnen nach Feierabend ein Bier trinken?

Oje. (lacht) Mittlerweile verstehe ich sie. Wenn allerdings ganz, ganz viele auf einem Haufen sind, habe ich Probleme. Aber der Dialekt ist wunderschön, klasse. Viel zu wenige reden den noch.

ONETZ: Fühlen Sie sich bereits als Oberpfälzerin?

Ich denke, dass kann man nicht sagen. Meine Wurzeln sind einfach in Hessen. Aber ich fühle mich in Amberg zu Hause und geborgen.

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Serie "Zugroast":

In der Kolumne „Zugroast“ stellen wir jede Woche Menschen vor, die aus Hamburg, dem Ruhrpott oder Kasachstan in die Oberpfalz gezogen sind – und hier eine neue Heimat gefunden haben.

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