Die Amberger Kreisgruppe, die zu den ältesten in der Republik zählt, wird seit 2005 von Claudia Sattler-Graf geleitet. Sie hat dieses Ehrenamt von ihrem Vater Walter Sattler übernommen. Der jährlichen Barbarafeier misst sie eine besondere Bedeutung zu. Vor allem in diesem Jahr, in dem die 70. Zusammenkunft anstand. Für die Gäste gab es Kaffee und Kuchen, darunter den original Mohnkuchen aus der alten Heimat. Die Kapelle Rzepka sorgte für die Musik. Der älteste Gast war Helga Thoma (101).
In ihrer Begrüßungsrede sagte Claudia Sattler-Graf: „Wohl kaum jemand hätte sich nach Ende des Krieges in Europa träumen lassen, dass die immer kleiner werdende Zahl der Erlebnisgeneration fast acht Jahrzehnte nach dem erzwungenen Verlust ihrer Heimat gemeinsam mit ihren Nachkommen immer noch zusammenkommt, um bei ihrem Heimattreffen ihre Verbundenheit und ein lebendiges Zeichen für die alte Heimat abzulegen.“ Bereits im Jahr 1950 erklärten die Vertriebenen in ihrer Charta als Appell an die Völkergemeinschaft: „Die Völker müssen erkennen, dass das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen wie aller Flüchtlinge ein Weltproblem ist, dessen Lösung höchste sittliche Verantwortung und Verpflichtung zu gewaltiger Leistung fordert.“ Die Vorsitzende schlussfolgerte daraus, „dass die deutschen Heimatvertriebenen genau wissen und nie vergessen werden, wie es sich anfühlt, die Heimat zu verlassen und vor Krieg und Verfolgung fliehen zu müssen“. Das gilt laut Claudia Sattler-Graf auch für Aussiedler und Spätaussiedler.
Im Jahr 1950 habe auf Bundesebene die inzwischen 70-jährige Arbeit für die Oberschlesier und Oberschlesien begonnen. Die Integration sei gelungen und ein Erfolg, zu dem auch die Kreisgruppe Amberg beigetragen habe. Sattler-Graf erinnerte an die regelmäßigen Kaffeekränzchen, die alljährlichen Weihnachtsfeiern, Faschingstreffen und die traditionelle Barbarafeier mit Steiger-Reigen, Eisbeinessen und geselligem Beisammensein.
Sattler-Graf bedauerte es bei dem Treffen, dass es sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet habe, dass sich viele Mitglieder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr engagieren können. Sie bekundete ihre Absicht, Barbara- und Weihnachtsfeier zusammenzulegen und dabei auf das aufwendige Programm der Barbarafeier zu verzichten. Das Kuchenbuffet mit oberschlesischen Leckereien und Eisbeinessen soll beibehalten werden. Der offizielle Teil war geprägt von Gedichten und Geschichten, die Josef Adamiok, Friedrich Nitschmann und Maria Paris boten.














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