Die einschlägige Verordnung des Bundes sieht vor, dass dann die Erstzulassung, die uneingeschränkte Wiederzulassung, die Umschreibung von Fahrzeugen sowie Adressänderungen online zu erledigen sind. "Weg vom Papierkram und lästigen Behördengängen, hin zu einer modernen, digitalen Verwaltung" hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer jüngst als Zielrichtung dieser Neuerung ausgegeben.
"Selbstverständlich" wird dieses Online-Verfahren bereits ab dem 1. Oktober auch bei der Stadt Amberg möglich sein, wie Thomas Graml von der Pressestelle festhält. Es ist dann auf der Homepage ein weiterer Punkt hinter dem Motto "Mit der Maus ins Rathaus - Behördengänge online erledigen", das mit dem Bild einer Computermaus illustriert wird.
Verfahren dauert länger
Graml weist auf einen Unterschied zum herkömmlichen Verfahren mit persönlicher Anwesenheit hin: Übers Internet wird der Vorgang insgesamt länger dauern, weil eine Wartezeit anfällt, bis die Zahlung erledigt ist. Deshalb sei es zunächst einmal die Frage, ob und wie zahlreich die Bürger dieses neue Angebot in Anspruch nähmen. Dieser Service werde auch mehr Geld kosten, ergänzt Christine Hollederer, die Pressesprecherin des Landratsamtes Amberg-Sulzbach. Für die bereits jetzt mögliche Online-Abmeldung verlangen Stadt und Landkreis einheitlich 6,30 Euro, die elektronische Wiederzulassung wird mit 16,55 Euro in Rechnung gestellt.
Dass in Amberg-Sulzbach die seit drei Jahren mögliche Online-Abmeldung nur von etwa zehn Leuten pro Jahr genutzt wird und die erst ein Jahr alte Online-Wiederzulassung noch gar keinen Anwender gefunden hat, hängt aber wahrscheinlich doch eher mit einigen praktischen Hürden zusammen. So brauche man für das Verfahren einen "gechippten Personalausweis" (mit eingeschalteter Online-Funktion), ein spezielles Ausweis-Lesegerät und ein zugelassenes Online-Bezahlsystem, erklärt Christine Hollederer.
Nicht für Händler
"Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist bisher sehr gering", macht die Pressesprecherin klar. Beim Amberg-Sulzbacher Landratsamt sei man deshalb sehr gespannt, wie viele Bürger die neuen Möglichkeiten nutzen. Die seien erst einmal nur für Privatpersonen gedacht. "Händler sind da ausgenommen."
Der Vorteil der herkömmlichen Methode laut Christine Hollederer: "Wenn man aufs Amt geht, ist man in zehn Minuten fertig." Dagegen dauere das Online-Verfahren bis zum endgültigen Abschluss schon ein paar Tage. Die Plakette für das Kennzeichen und das TÜV-Prüfsiegel würden nämlich per Post zugestellt.
Großes Potenzial für Online-Meldung
20 Millionen Kfz-Zulassungen im Jahr 2018 sorgen nach Angaben der „Autozeitung“ dafür, dass es sich dabei „um einen der meistgenutzten Verwaltungsvorgänge in Deutschland“ handelt. Das Potenzial für Online-Anwendungen ist also sicher da.
Bei der Kfz-Zulassungsstelle in Amberg verzeichnet man im Jahr rund 2100 Neuanmeldungen und etwa 4000 Abmeldungen.
In der Zulassungsstelle des Landkreises Amberg-Sulzbach in der Amberger Beethovenstraße waren es im Jahr 2018, wenn man Entstempelungen und Ähnliches mit einrechnet, circa 59 000 Vorgänge. Hier fielen 3641 Neuzulassungen an, 825 Erstzulassungen von Gebrauchtwagen oder 9340 „Umschreibungen von außen mit Halterwechsel“. (ll)














Vom Ende der Öffnungszeit
Für den Amberger ist die Zeit, die er in den Besuch seiner Kfz-Zulassungsstelle investieren muss, wohl keines der drängendsten Probleme. Seine Anfahrtsstrecke ist ja sehr überschaubar. Der Auerbacher, der sein Auto in der Zulassungsstelle des Landkreises in Amberg anmelden muss, plant für die Aktion lieber mal einen halben Tag ein.
Deshalb dürfte sich zunächst einmal vor allem der Landkreis-Bürger für die Möglichkeit interessieren, hier ohne persönliche Anwesenheit zu agieren. Bei der Überlegung, ob er dafür auch Geld investiert, muss er mit einbeziehen, wie oft er in Sachen Fahrzeug-Zulassung aktiv wird. Wenn das nur alle zehn Jahre der Fall ist, lohnt sich dafür wohl kein großer Aufwand.
Grundsätzlich aber dürfte klar sein, dass der Zug in Richtung Online-Erledigung fährt. Weil es die allgemeine Tendenz ist, alles übers Internet und damit unabhängig von Öffnungszeiten zu machen. Weil dadurch irgendwann jeder über die technischen Voraussetzungen verfügen wird. Und weil man Möglichkeiten entdecken wird, den Zeit-Nachteil zu beheben. Dann wird eine Zulassungsstelle mit Öffnungszeiten vielleicht nicht mehr nötig sein.
Markus Müller