12.07.2020 - 13:05 Uhr
AmbergOberpfalz

Ordination von Julia Sollinger: Neue Pfarrerin in Paulaner

Verspätet und wegen Corona unter strengen Auflagen hat in der Paulanerkirche die Ordination von Julia Sollinger stattgefunden. Die neue Pfarrerin von Paulaner freut sich auf ihre Aufgabe.

Julia Sollinger bei ihrer Ordination als Pfarrerin der evangelischen Paulanergemeinde: Regionalbischof Klaus Stiegler aus Regensburg legt ihr die Hand auf.
von Adele SchützProfil

Bereits im März hatte Julia Sollinger auf eigenen Wunsch die vakante Stelle als Pfarrerin der evangelischen Paulanergemeinde angetreten und sich als deren Sympathieträgerin erwiesen, wie sich bei ihrer Ordination zeigte. Die Amtseinführung leiteten der Regensburger Regionalbischofs Klaus Stiegler und Regionaldekan Karlhermann Schötz, auch Oberbürgermeister Michael Cerny und katholische Geistliche nahmen daran teil. In seiner Predigt brachte der Regionalbischof das Tagesevangelium vom reichen Fischfang mit der Ordination von Julia Sollinger in Verbindung. Das Evangelium zeige, dass Jesus seien Platz im anspruchsvollen Leben der Menschen habe, der Glaube kein Konstrukt von schwachen Menschen sei.

Gottes Wort weckt Hoffnung

Julia Sollinger freut sich laut Stiegler, in dieser Kirche ihren Dienst für Menschen im Namen Gottes zu beginnen und in Zeiten massiver Veränderungen das zu bekennen, was im Leben Bestand habe. "Was brauchen wir als Kirche, dass die Menschen die Liebe Gottes erfahren?", fragte der Regionalbischof und verwies auf eine zentrale Aussage des Tagesevangeliums: "Auf sein Wort hin". Gottes Wort wecke Hoffnung und schenke Vertrauen, von ihm getragen zu sein. Die Verkündigung des Wortes Gottes ist laut Stiegler die vornehmste Aufgabe der Kirche. "Fürchte dich nicht!", war der zweite Ausspruch im Evangelium, den Klaus Stiegler heraushob und als trostspendend bezeichnete. Dieser Zuspruch sei wie eine Grundmelodie für das Leben, denn er beinhalte das großes Versprechen Jesu, sich getrost auf den Weg machen zu können. Mit diesem Zuspruch könne sich Sollinger im Bewusstsein, von Gott getragen zu sein, auf ihren Weg als Pfarrerin machen.

Sollinger (34) hat im März ihre Stelle als Pfarrerin der Paulanergemeinde angetreten. Sie kommt aus der Nähe von München, ihren Studienweg bezeichnete sie als bunt: München, Rom, Greifswald, Hamburg und Leipzig. "Überall konnte ich Theologie schnuppern, diskutieren, den Zauber erleben, wie Fremdes vertraut wird und bereichert." Zwischendurch lebte sie ein Semester im Kloster Wülfinghausen im Rhythmus von Stundengebet und Arbeit. Es folgten einige Monate im Ansverus-Haus der Nordkirche, wo sie eine von Freiheit und Kreativität geprägte Spiritualität gefunden habe. Dort habe sie viel Neues kennengelernt: Seminare zur gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg, die Perlen des Glaubens, Ausdrucksmalen, Einblicke in die Notfallseelsorge "und immer wieder das erdende und belebende Meditieren und Beten in der Stille".Im Vikariat in München seien ihr Begegnungen wichtig geworden: Miteinander feiern, lachen, weinen - alles dürfe sein. "Wichtig ist mir, die Andersartigkeit des anderen zu achten und die Schönheit darin zu entdecken", betonte Sollinger. In ihrer Freizeit schwimmt sie gerne, macht lange Spaziergänge oder genießt ihre schnurrenden Kätzchen im Ohrensessel. Gelegentlich sitzt sie nach ihren Aussagen an ihre Promotion im Fach Feministische Theologie und forscht über Frauenfiguren und Machtstrukturen im Alten Testament.

Zeit und Zuspruch für Menschen

Warum Julia Sollinger Pfarrerin geworden ist? "Ich finde es reizvoll, in unserer Gesellschaft jemand zu sein, der Zeit und Zuspruch für andere Menschen hat, ohne ihnen etwas verkaufen zu müssen. Ich darf sie in ihrer Trauer und in ihrer höchsten Freude begleiten. Und mit ihnen fragen: Was zählt wirklich im Leben? Hast du manchmal Sehnsucht nach Gott? Wie wollen wir gemeinsam die Welt gestalten?"

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.