22.03.2019 - 10:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Das Oster-Paradox: Dieser Vollmond bringt alles durcheinander

Schön war er, der Vollmond, der am Donnerstagabend leuchtend hinter dem Rathaus aufging. Und ganz schön durcheinander bringt er den Kalender - zumindest, was die kirchlichen Feste und damit unser aller Jahres- und Urlaubsplanung anbelangt.

Der Vollmond am 21. Mörz über dem Rathaus von Amberg.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Der fast 1700 Jahre alten Regel zufolge, dass Ostern immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühjahr stattfindet, würden die Christen eigentlich schon an diesem Wochenende Auferstehung feiern. Denn am Mittwoch war Frühlingsbeginn, am Donnerstag Vollmond, demnach wäre heute Karsamstag und die Kinder schon seit einer Woche in den Ferien.

Heuer ist allerdings alles anders. Experten sprechen vom "Oster-Paradox": Für die Kirche gilt nicht der 20. März als Frühlingsanfang, sondern der 21. Beim Konzil von Nicäa im Jahr 325 haben sich die Kirchenfürsten auf letzteres Datum festgelegt, ohne die korrekte, astronomische Tages- und Nachtgleiche zu berücksichtigen. Einmal ausgemacht, gilt das bis heute. Deswegen sieht die Kirche den ersten Vollmond des Frühjahrs erst am 19. April aufgehen und Jesus folglich erst am Sonntag darauf auferstehen.

Die kleine Diskrepanz beim Nicäischen Konzil hat große Wirkung für den Amberger Alltag: Der Fasching hat sich endlos hingezogen, dafür fällt der Georgimarkt auf den Weißen Sonntag, liegt die Pfingstdult so nah am Altstadtfest wie nie und beginnt gleich darauf das Bergfest. Schön war er ja schon, dieser Vollmond, aber wenn er nur ein paar Stunden später aufgegangen wäre, hätten sich die Feste ein bisschen gleichmäßiger im Jahresverlauf verteilt.

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