Die Ermittlungen bei der Polizeiinspektion Amberg laufen auf Hochtouren. Am Montagnachmittag ist es zu einem aufsehenerregenden Einsatz am Marktplatz und im Kommandantengässchen gekommen. Ein Hinweis, dass zwei maskierte Männer in ein Gebäude in der Innenstadt eingedrungen sein sollen, entpuppte sich als Falschmeldung.
Von wem die Mitteilung kam, der bei der Polizei einging, ist weiterhin unklar. Andreas Weidauer sagte auf Nachfrage: „Es sind mehrere Anrufe von der gleichen Person eingegangen.“ Der stellvertretende Dienststellenleiter erklärte, dass es sich um einen bewusst falschen Hinweis gehandelt habe. Einer konkreten Person habe die Polizei den Anruf allerdings noch nicht zuordnen können.
Zu viele Details wollte Weidauer aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht verraten. Allerdings werde derzeit geprüft, welche Straftaten dem Anrufer zur Last gelegt werden können. Unter anderem steht das Vortäuschen einer Straftat im Raum. Im Gesetzestext heißt es, dass „wer wider besseres Wissen einer Behörde oder einer zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Stelle vortäuscht“ belangt werden kann. Bei dieser Anklage droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Letztendlich müssten die Anklagepunkte aber noch in Absprache mit der Staatsanwaltschaft eruiert werden.
Bewusste Falschmeldungen sind keine Einzelfälle. Jürgen Meyer spricht von monatlich durchschnittlich drei solcher Hinweise. Der Leiter der Integrierten Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz plädiert zwar dafür, „lieber einmal zu oft anzurufen“. Allerdings nahm er die „Enten“ aus – wie die ILS-Mitarbeiter Falschmeldungen intern nennen. Jedem müsse klar sein: „Den Anrufen gehen wir konsequent nach.“ Bei Notrufmissbrauch drohe eine Gerichtsverhandlung und den entstandenen Schaden zu ersetzen. Meyer erklärte, dass die ILS-Mitarbeiter sowohl Standort als auch Rufnummer sehen, selbst wenn letztere unterdrückt wird.
Prinzipiell muss man laut ILS-Leiter Meyer in jeden Anrufer ein gewisses Vertrauen setzen. „Ab und an hört man aber schon raus, dass etwas nicht stimmt“, erklärt der ILS-Leiter. Als Beispiel nannte er den Schüler, der dem Lehrer eins auswischen will. „Es kommen dann Hinweise, dass jemand vom Apfelbaum gefallen sei oder solche Dinge.“
Polizeieinsatz kann teuer werden
Sollte der anonyme Anrufer ermittelt werden, kann es teuer für ihn werden. Für jede angefangene Einsatzstunde eines Beamten können 54 Euro Gebühr fällig werden – das summiert sich schnell auf einen vierstelligen Betrag. Wie das Polizeipräsidium Oberpfalz auf Nachfrage mitteilte, wird eine Kostenerhebung in jedem Fall einzeln geprüft. Kommen Sonderfahrzeuge zum Einsatz, können auch diese abgerechnet werden. Die Höchstgrenze liegt allerdings bei 10 000 Euro. Der Grund: Ein Kostenverursacher soll durch seine Handlung nicht von staatlicher Seite ruiniert werden.
Es sind mehrere Anrufe von der gleichen Person eingegangen.















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