23.10.2020 - 11:45 Uhr
AmbergOberpfalz

Pomologe klärt über seltene Obstsorten auf

Sie heißen Kleiner Herrenapfel, Kaiser Alexander oder Minister Doktor Lucius: Die Ökomodellregion Amberg-Sulzbach sucht seltene Apfel- und Birnensorten. Am Sonntag bestimmt wieder ein Pomologe in Königstein Früchte von Obstbaumbesitzern.

Diese Sorte ist gar royal: Die abgebildeten Äpfel heißen Kaiser Alexander. Ein Pomologe erkennt sie unter anderem an Form, Färbung und Stiel.
von Externer BeitragProfil

Täglich treffen Obstbaum-Meldebögen beim Landschaftspflegeverband Amberg-Sulzbach ein. Bereits mehr als 100 Standorte von alten Bäumen oder Streuobstwiesen wurden für das Biodiversitätsprojekt „Birnen- und Äpfel um Amberg-Sulzbacher Land“ der Öko-Modellregion von Gärtnern, Bauern und Bürgern gemeldet. Barbara Ströll freut sich in einer Pressemitteilung über das große Interesse: „Offensichtlich gibt es in unserer Region viele Menschen, die ihre alten Obstbäume mit den besonderen Birnen- und Apfelsorten sehr schätzen und sie für sich und die nächste Generation erhalten oder vermehren wollen.“

Die Projektmanagerin ist seit Anfang Oktober mit dem Pomologen Wolfgang Subal im Landkreis unterwegs, um die Sorten von alten Kernobstbäumen untersuchen zu lassen. Über diese Kartierung sollen noch vorhandene seltene oder regionaltypische Sorten aufgespürt werden, die dann über Reiser vermehrt und erhalten werden könnten.

Am ersten Kartiertag hat Wolfgang Subal 31 Apfel- und 17 Birnensorten gefunden. Darunter waren auch sechs unbekannte Sorten, die noch genauer untersucht werden müssen. „Der Höhepunkt unseres ersten Untersuchungstags war der Besuch in Steinling. Das war sozusagen ein Volltreffer. Wir haben dort gleich mehrere Raritäten gefunden: den extrem seltenen Geflammten Cousinot, den Kleinen Herrenapfel, den Kaiser Alexander, die Birne Minister Doktor Lucius und die Sommer-Sußbirn. Letztere ist eine regionaltypische kleine Sensation.“

Insgesamt sollen rund 1700 Kernobstbäume bis Oktober 2021 untersucht werden. „Wir haben nur 20 Tage Zeit. Das erfordert zügiges Arbeiten,“ erklärt Ströll. Der Fokus liegt dabei auf besonders alten Bäumen und auf besonderen Birnbäumen. „Leider können wir nicht alle gemeldeten Bäume untersuchen. Jede Meldung ist jedoch für uns und die Streuobstkultur in der Region wertvoll. Wir registrieren alle gemeldeten Standorte für mögliche zukünftige Projekte.“

Wer seine Birnen oder Äpfel sicher von Wolfgang Subal bestimmen lassen möchte, kann das an an diesem Sonntag, 25. Oktober, in Königstein tun. Von 10 bis 16 Uhr ist der Pomologe in der Grundschule und nimmt alle Früchte in Augenschein, die ihm vorgelegt werden. Sechs typische Früchte von einem Baum braucht er, um die Sorte gut bestimmen zu können.

Menschen mit Behinderung fertigen Holzkisten für Streuobst

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