24.01.2020 - 11:22 Uhr
AmbergOberpfalz

Probenräume für Musiker absolute Mangelware

Michael Deiml kennt das Problem, seit er Musik macht: der Mangel an Probenräumen. Momentan ist der Amberger Musiker wieder auf der Suche. Ein schwieriges Unterfangen, von dem auch andere Bands ein Lied singen können.

Michael Deiml in seinem aktuellen Probenraum, den er bis Ende Februar räumen muss.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Michael Deiml, der neben seinem Engagement bei Los Dos y Compañeros, Tanquoray, Ramona Fink Gospel Group und Mischmaschine auch als Solokünstler auftritt, glaubte, für sich den perfekten Probenraum gefunden zu haben: Beim Bruckmüller und damit fußläufig von seinem Innenstadt-Zuhause aus erreichbar. Doch jetzt muss der Amberger, der mit acht Jahren mit dem Klavierspielen begonnen hatte, bis Ende Februar raus. In den Räumlichkeiten wird die Kramer Artists, die Agentur von Tom Kramer, dem früheren Manager von Los Dos, seine Künstler unterbringen - das sind Musiker, die aus Kuba, Russland, England und sogar Australien kommen.

Alles abgeklappert

Auf der Suche nach einem neuen Proberaum hat Michael Deiml so ziemlich alles abgeklappert, was ihm einfiel: Firmen in Industriegebieten, Schulen, Bildungseinrichtung. Ja sogar bei der Polizei fragte er nach freien Räumen nach. Und auch wegen der Leopoldkaserne erkundigte er sich. "Die steht zwar leer, aber da darf man nicht rein." Überhaupt: Es gebe schon einige Gebäude, die leerstehen. Gerade Firmen aber seien ein bisschen skeptisch, weil sie ihrem Musik machendem Mieter mit den Schlüsseln häufig den Zugang zum kompletten Gebäude geben müssten. Seit circa dreieinhalb Monaten sucht der Vollblutmusiker intensiv - bislang ohne Erfolg. "Ich brauche einfach einen Raum, wo ich hinter mir die Tür zumachen kann und mir keine Gedanken um das Drumherum zu machen", sagt er und meint damit: Nicht ständig daran denken zu müssen, ob man zu laut sei. "Das nämlich kann kein Raum für Kreativität sein, wenn man das ständig im Hinterkopf haben muss." Michael Deiml hat sowieso vor, seinen Probenraum zu 80 Prozent leise zu nutzen, wie er sagt. Hauptsächlich also auch für Studiozwecke und Gesangsaufnahmen.

"Suche keine zweite Wohnung"

"Wenn ich drei Tage die Woche drin bin, dann an zwei Tagen leise", erklärt der Amberger, der ungefähr 40 Quadratmeter sucht, da er auch Equipment unterbringen muss. Wichtig sei, dass er 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr Zugang habe. Somit fielen Angebote flach, dass er an einem festen Wochentag ein paar Stunden dort sein könne. Das Problem mit fehlenden Proberäumen kennt Deiml, seit er Musiker ist. Aber nicht nur er. "Es ist ein Problem, das fast jeder Musiker hat." Das eine oder andere hätte für ihn gepasst, gescheitert ist es seinen Angaben zufolge aber an "teilweise völlig überzogenen Preisen". Er suche lediglich einen Proberaum und keine zweite Wohnung, betont Michael Deiml und hofft, dass er noch fündig wird. Denn die Zeit drängt.

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