24.01.2020 - 10:37 Uhr
AmbergOberpfalz

Projekt "Wohnen für Hilfe" nicht begraben

Gibt es in Amberg Bedarf für das Projekt "Wohnen für Hilfe"? Die Stadtverwaltung verneint, doch die Stadträte finden die Idee parteiübergreifend gut. Deshalb soll die Freiwilligenagentur miteinbezogen werden.

Eine Frau öffnet ihren Briefkasten. Gibt es in Amberg Bedarf für das Projekt "Wohnen für Hilfe"?
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Senioren stellen ein Zimmer zur Verfügung. Studenten können den Raum mietfrei nutzen und helfen im Gegenzug im Haushalt, Garten oder erledigen Besorgungen. Die Faustregel dabei: "Ein Quadratmeter Wohnfläche für eine Stunde Arbeit im Monat." Was wie ein frommer Wunsch klingt, ist in einer Stadt wie Erlangen schon Realität. Die SPD in Amberg möchte das Projekt "Wohnen für Hilfe" auch vor Ort initiiert sehen und stellte einen entsprechenden Antrag an die Stadtverwaltung, wo eine mögliche Umsetzung geprüft wurde. Sozialreferent Harald Knerer-Brütting bezeichnete es in der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstag als "Projekt, das Charme hat", für das es jedoch "bei uns konkret keine Notwendigkeit" gebe. Während des aktuellen Semesters seien noch über 50 freie Wohnungen oder Plätze in Wohngemeinschaften frei. Zudem stammen von den rund 1600 Studenten am Hochschulstandort Amberg 53 Prozent aus der Region und wohnen bei den Eltern, zitierte Knerer-Brütting Campus-Ranking als Quelle. Der Sozialreferent sah das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen als wenig ausgewogen: In Erlangen wird das Projekt von zwei Teilzeitkräften begleitet, im Jahr 2019 konnten 40 laufende Partnerschaften vermittelt werden. "Im Hinblick von 40.000 Studenten in Erlangen erscheint die Anzahl der Wohnungspartnerschaften als sehr überschaubar", so Knerer-Brütting. Die Verwaltung empfahl deshalb, das Projekt "Wohnen für Hilfe" nicht weiter zu verfolgen. Für SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth war das zu kurz gedacht. "Der Personenkreis muss deutlich ausgeweitet werden." Es gebe mehr Menschen, die das Wohnen gegen Hilfe in Anspruch nehmen könnten. Sie nannte als Beispiel Azubis, Praktikanten oder auch Lehrer, die nur für kurze Zeit hierher versetzt werden würden. Im Antrag sei die Idee formuliert gewesen, das ganze in Richtung Ehrenamt auszuweiten. Auch CSU-Stadtrat Thomas Bärthlein wollte die Idee "nicht ganz fallenlassen" und Fraktionsvorsitzender Dieter Mußemann fand: "Von der Sache her eine super Geschichte." Geeinigt wurde sich letztendlich auf den Vorschlag von OB Michael Cerny, das Gespräch mit der Freiwilligenagentur zu suchen und den Beschluss zurückzustellen.

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