30.03.2020 - 10:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Psyche der Kinder muss gesund bleiben

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Das Coronavirus beschäftigt uns alle: Ob im Privatleben oder im beruflichen Alltag – überall sind wir mit Einschränkungen oder Neuerungen konfrontiert. Hier erzählen die Redakteure der Amberger Zeitung von ihren Erfahrungen.

In Zeiten von Corona wollen Kinder beschäftigt werden. Doch es geht auch ohne Playstation und viel Lernen. Kreative Lösungen sind gefragt.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir die Tage gezählt, bis endlich die Osterferien beginnen. Jetzt ist alles anders. Völlig anders. Unvorstellbar anders.

Jetzt würden wir gerne die Tage zählen, bis endlich wieder Schule ist. Am besten schnell zurück zur Normalität. Doch das geht nicht. Deswegen haben wir gar nicht erst damit angefangen, einen minutengenauen Zeitplan zu erstellen. Das stundenlange Lernen kommt für uns nicht infrage. Klar, das, was die Lehrer an Aufgaben schicken, wird erledigt. Muss es ja. Mehr aber auch nicht. Als Vater habe ich in den vergangenen zwei Wochen mehr gelernt als mein Sohn. Nicht für die Schule, sondern über das Leben. Und über ihn. Er hat keine Angst vor der Corona-Pandemie. Er hält sich an die Regeln. Ohne Murren. Ohne Jammern. Natürlich fehlen ihm seine Freunde, Omi, Opi und das Fußballspielen. Aber er kommt klar. Auf den ersten Blick. Das wird vielen Kindern so gehen. Aber vielleicht denken wir Eltern das nur. Unsere Kinder haben tief in ihrem Innersten genauso viel Angst wie wir jetzt. Sie können nicht nur alles hören, was wir reden, sie spüren auch unsere Anspannung. Sie merken, dass etwas anders ist. Sie haben so etwas noch nie erlebt.Weil die Vorstellung, fünf Wochen lang nicht zur Schule zu gehen, großartig klingt, stellen sie sich eine lustige Zeit vor. Doch die Realität ist eine andere: Sie sind zu Hause gefangen und können ihre Freunde nicht sehen. In den nächsten Tagen und Wochen sollten wir deswegen noch mehr auf unsere Kinder achten. Denn das, was sie jetzt am allermeisten brauchen, ist, sich wohl und geliebt zu fühlen.Sie müssen fühlen, dass alles gut wird. Es ist unsere Aufgabe als Eltern, ihnen das zu vermitteln. Denn am Ende wird die psychische Gesundheit unserer Kinder wichtiger sein als ihre schulischen Fähigkeiten. Was sie jetzt fühlen, wird ihnen noch lange erhalten bleiben. Vielleicht nicht ein Leben lang, aber sicher länger als die Erinnerung an das, was sie in diesen fünf oder mehr Wochen gelernt haben.

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