06.09.2018 - 12:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Rallyefahrer stoppen bei Graf Dracula

Das Abenteuer hat begonnen: Der Amberger Moritz Termer startete mit vier Freunden am Sonntag bei der Tajik Rally. Derzeit besuchen die jungen Leute, die für einen guten Zweck unterwegs sind, Graf Dracula in seinem Schloss Bran in Rumänien.

Im Matsch auf der Transalpina steckengeblieben: Da muss die Truppe um Moritz Termer das Auto schieben.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Das Abenteuer hat begonnen: Der Amberger Moritz Termer startete mit vier Freunden am Sonntag bei der Tajik Rally. Derzeit besuchen die jungen Leute, die für einen guten Zweck unterwegs sind, Graf Dracula in seinem Schloss Bran in Rumänien.

Eine Rallye im herkömmlichen Sinn ist die Tajik Rally nicht: Moritz Termer bringt mit seinem Havarie-Racing-Team von Hohenthann in Niederbayern aus einen alten Kia Carens sowie einen Hyundai Matrix nach Duschanbe, die Hauptstadt von Tadschikistan. Am Ziel werden die Autos durch das Hilfswerk Caritas versteigert. Vor den fünf Studenten liegt eine abenteuerliche Reise.

Der erste Zwischenstopp war Budapest. Nach einem kurzen Besuch des berühmten Parlaments der ungarischen Hauptstadt schlugen die jungen Männer ihr Lager etwas außerhalb auf. "Gleich die erste Nacht haben wir im Auto geschlafen", erzählt Termer. Weiter ging es nach Viseu de Sus im nördlichen Rumänien. Ein wichtiger Halt, denn dort sahen sich die Teilnehmer der Tajik Rally vielleicht zum letzten Mal bei der sogenannten Checkpoint-Party. "Der Veranstalter hat uns dazu eingeladen. Wir sind mit einer historischen Lok, die kaum schneller als 15 Kilometer pro Stunde fährt, zu einem Lagerplatz gefahren." Nach einer ordentlichen Verpflegung mit rumänischen Spezialitäten schliefen die Studenten unter freiem Himmel.

Von jetzt an schlagen sich die insgesamt 20 gemeldeten Rallye-Teams selbst durch. Termer und seine Mannschaft entschieden sich dabei für eine Route über die berühmte Transalpina. "Es hat so stark geregnet, dass wir uns fast wie im Dschungel gefühlt haben." Wunderschöne Bergstraßen, auf denen den Studenten auch Kühe und Esel begegneten, brachten sie zum nächsten Etappenziel Novaci. "Das Auto hatte bei teilweise 15 Prozent Straßensteigung ganz schön zu kämpfen", erzählt Termer. Im ersten Gang und bei 6000 Umdrehungen bewältigten die beiden Autos schließlich doch die Höhenmeter. "Ein paar Mal hat sich die Motorkontrollleuchte gemeldet. Das ist etwas heikel. Es bleibt ein Abenteuer", ist Termer aber weiter optimistisch.

Am Mittwochabend erreichten die jungen Leute Schloss Bran - jenen Ort, der Touristen als Residenz von Graf Dracula vorgestellt wird. "Gruselig, dort zu schlafen, war es nicht", sagt Termer lachend. "Fledermäuse und das Schloss waren von der Straße aus, wo wir campiert haben, zu sehen. Wir haben auch reichlich Knoblauchsauce in den vergangenen Tagen gegessen. Da sollte nichts passieren."

Bei Bran hatten die vier vor einem Haus an einem Schotterweg gehalten. Kurze Zeit später sei ein Jugendlicher herausgekommen. Der 15-Jährige schenkte den Studenten Gemüse aus dem eigenen Garten. "Der Opa hat uns seinen selbst gemachten Wodka mitgegeben. So eine Gastfreundschaft haben wir noch nie erlebt." Über Bukarest soll es nun weitergehen nach Konstanza am Schwarzen Meer. "Am Freitagfrüh wollen wir dort den Sonnenaufgang erleben", freut sich die Truppe.

Spenden:

Die Rallye ist eine Benefizveranstaltung für das Engagement von Caritas-International in Tadschikistan. Die eingesetzten Autos werden am Ziel versteigert. Die Teams erklärten bei ihrer Anmeldung, 750 Euro als Geld- sowie Sachspenden aller Art (was ins Auto passt) einzubringen. Eine Unterstützung der Havarie-Teams ist noch möglich über den Link: altruja.de/havarie-racingteam-spendenseite-1.

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