16.01.2020 - 16:26 Uhr
AmbergOberpfalz

Rekordjahr beim Finanzamt Amberg

Die Eine-Milliarde-Euro-Marke ist geknackt. Das Amberger Finanzamt vermeldet für 2019 so viele Steuereinnahmen wie noch nie. Die Gründe für das Rekordjahr: Gesunde Unternehmen, viele Arbeitsplätze und Arbeitnehmer, die gutes Geld verdienen.

Das Finanzamt präsentierte Rekordzahlen für das vergangene Jahr. So viel Steuereinnahmen wie 2019 gab es in Amberg bisher noch nie.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Das Steueraufkommen ist im vergangenen Jahr um satte zwölf Prozent gestiegen, was zugleich erstmals Einnahmen von über einer Milliarde Euro bedeutet. „Es stellt das beste Ergebnis des örtlichen Finanzamts in seiner Geschichte dar“, erklärt Finanzamtsleiter Friedbert Seidel. Nicht nur das: Das beste (2019), zweitbeste (2017) und drittbeste (2018) Aufkommen ist in den vergangenen drei Jahren verzeichnet worden. 2010 lag das Gesamtaufkommen noch bei 700 Millionen Euro.

Aus der aktuellen Statistik sticht vor allem die Körperschaftssteuer heraus. Also jene Steuer, die – vereinfacht gesagt – auf die Gewinne der Unternehmen fällig wird. Nachdem es 2018 einen Rückgang um 60 Prozent gab, legte sie im vergangenen Jahr wieder deutlich zu – um ganze 240 Prozent. Laut dem Finanzamtsleiter unterliegt diese Steuer immer großen Schwankungen. Die Erklärung: Wenn Unternehmen etwa in Hallen Gebäude oder Maschinen investieren, senkt das kurzfristig den Gewinn.

Deutlich aussagekräftiger ist die Umsatzsteuer. Sie legte nochmals um 7 Prozent zu, nachdem sie im Jahr 2018 bereits um 6,5 Prozent gestiegen war. Schon 2017 habe es ein Plus von 19 Prozent gegeben. „Das zeigt, dass die Arbeitnehmer im Amtsbereich sich auch 2019 wieder über eine sehr gute Beschäftigungslage und deutliche Lohnzuwächse freuen konnten“, bilanziert Seidel. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien sprach der Finanzamtsleiter von guten Tarifabschlüssen und einer guten Beschäftigungsquote im Einzugsbereich des Finanzamts.

Bei den Steuerpflichtigen mit gewerblichen Einkünften und den „Selbstständigen Berufen“ steht nach Steigerungen in den Jahren 2017 ( um 17 Prozent) und 2018 (2,4) erneut ein Gewinnplus von knapp 6 Prozent in der Bilanz.

Auch erfreulich: Das Finanzamt bildet weiterhin fleißig aus. 57 Nachwuchskräfte sind es laut einer Pressemitteilung derzeit. 31 Beamtenanwärter absolvieren in der dritten Qualifikationsebene ein dreijähriges duales Studium mit dem Abschluss Diplom-Finanzwirt, 26 Anwärter durchlaufen in der zweite Qualifikationsebene die zweijährige duale Ausbildung zum Finanzwirt. Im Dezember 2018 ist für das Finanzamts-Gebäude ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen worden. Die Abwärme der Anlage geht in den Heizkreislauf, die etwa 120 000 Kilowattstunden an selbst erzeugtem Strom werden zu 95 Prozent direkt im Finanz- und Vermessungsamt verwendet. Damit konnten laut einer Pressemitteilung die prognostizierten 27 Tonnen an Kohlenstoffdioxid vermieden werden.

Steuererklärung und neuen Blockheizkraftwerk:

Die Steuererklärungen 2019 sind durch eine verlängerte Abgabefrist grundsätzlich bis 31. Juli beim Finanzamt einzureichen. Wer zu spät abgibt, dem drohen im Fall einer Nachzahlung Verspätungszuschläge. Einen Ermessensspielraum des Finanzamts gibt es laut einer Pressemitteilung nicht. Die Höhe beträgt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer abzüglich eventuell festgesetzter Vorauszahlungen oder bereits entrichteter Lohnsteuer, mindestens jedoch 25 Euro pro angefangenem verspäteten Monat.

Interessante Einblicke gewährt die Pressemitteilung des Finanzamts, was die Entlohnung der Lehrlinge angeht: Die monatliche Ausbildungsvergütung ab dem ersten Ausbildungsjahr beträgt für Anwärter der dritten Qualifikationsebene 1363 Euro brutto und für Anwärter der zweiten Qualifikationsebene 1309 Euro brutto. Die Anmeldungen für die neuen Ausbildungsplätze laufen derzeit (Infos unter www.lpa.bayern.de).

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