29.08.2018 - 16:55 Uhr
AmbergOberpfalz

Rüpelhafte Radler mischen Altstadt auf

Sie kommen aus dem Nichts und so schnell wie sie da sind, sind sie auch wieder weg. Zurück lassen sie nichts als ratloses Kopfschütteln bei den Passanten: Die Radel-Raser in der Altstadt.

Schnelles Fahrrad fahren in der Altstadt ist gefährlich und nicht erlaubt, doch geahndet wird es kaum.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

(anv) Das gute Wetter zieht jung und alt nach draußen. Ob auf dem Fahrrad oder zu Fuß - mehrere Tausend täglich tummeln sich in der Innenstadt und Flanieren.

Während Drahtesel und Fußgänger eigentlich in einer friedlichen Symbiose leben, gibt es ein paar Ausnahmen die mit einem Affenzahn durch die Fußgängerzone brausen. "Das Fahrradfahren ist in der Fußgängerzone prinzipiell erlaubt", sagt Dieter Muschler, Polizeihauptkommissar. Allerdings dürfen die Radler nicht einfach in normaler Fahrgeschwindigkeit fahren. "Sie müssen die nötige Sorgfalt walten lassen und dementsprechend langsam fahren." Sonst kann es eine Verwarnung geben und eine Geldstrafe ab 20 Euro. Muss beispielsweise ein Passant dem Fahrrad ausweichen und stürzt dabei, wird die Strafe härter.

Tatsächlich sind Muschler keine Unfälle oder Anzeigen bekannt. "Uns liegen keine Beschwerden oder Auffälligkeiten vor." Aber sie sind da, die radelnden Raser. Vor allem am Marktplatz wird das Problem deutlich. Die sechs Lokalitäten (Eisdiele Campo, Schön Killian, Café Zentral, Metzgerei Hottner, Lieblingsplatz und Colomba) haben in den warmen Monaten eine Außenbestuhlung. Die ist durch eine Art Gehweg vom Lokal getrennt. Brettert ein Radl-Raser von der Georgenstraße zum Hallplatz oder umgekehrt, geht es nicht selten sehr knapp mit den Bedienungen aus, die, meist mit Tabletts voll beladen, gerade so abbremsen können, um einen Zusammenstoß zu verhindern. "Es ist unmöglich", sagt eine Passantin, die regelmäßig am Marktplatz ist. "Die rasen vorbei - ohne Rücksicht." Gegen die Raser vorzugehen, ist schwierig. Irgendwie geht es ja doch immer glimpflich aus, sonst lägen der Polizei Unfallmeldungen vor. Trotzdem sitzt der Schrecken eines Beinahe-Zusammenstoßes bei den Betroffenen tief. Außerdem stört es die arbeitenden Servicekräfte und kann dazu führen, dass Getränke auf dem Tablett umfallen. Doch das Verwarngeld von 20 Euro schreckt die Wenigsten ab.

So hilft es nur, an diejenigen zu appellieren, die die Fußgängerzone mit der Zieleinfahrt der Tour de France verwechseln: Bitte den Fuß vom Pedal und mit angepasster, angemessener Geschwindigkeit fahren. Denn auch für den Radler selbst kann zu schnelles Fahren gefährlich werden.

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