Der Blick ins Archiv der Amberger Zeitung zeigt: Der geplante Kreisverkehr stand bereits im Frühjahr 2010 auf der Tagesordnung und wurde damals auch beschlossen. Zur Auswahl standen zunächst drei Alternativen: Die 95 000 Euro teure Aufrüstung der Ampelanlage, ein Mini-Kreisel für etwa 340 000 Euro und eine etwas größere Variante (30 Meter Durchmesser), die mehr als 600 000 Euro gekostet hätte. Während der Sitzung des Bauausschusses sprachen sich die Mitglieder damals einstimmig für den Mini-Kreisel aus. Auch, weil mit einer vergleichbaren Variante an der Marienstraße zwischen Apotheke und Getränkemarkt gute Erfahrungen gemacht worden waren.
Erst Grunderwerb
Doch dann verschwand der Kreisel an der Sebastianstraße wieder von der Tagesordnung. Auf Nachfrage nennt die städtische Pressestelle Personalknappheit im Baureferat und weitere außerplanmäßige Projekte, die höhere Priorität genossen. CSU-Fraktionsvorsitzender Dieter Mußemann bestätigt das, wird aber etwas konkreter: "Es war zuerst ein Grunderwerb nötig." Die Verhandlungen hätten sich als schwierig herausgestellt. 2013 und 2014, gegen Ende der vergangenen Legislaturperiode, sei das Vorhaben dann wieder auf den Tisch gekommen. Doch auch damals habe es nicht schnell gehen können, denn die Stadt habe noch einige Entwicklungen abwarten wollen. Zum Beispiel die in Kümmersbruck.
Je nachdem, wie sich die Nachbargemeinde bei der Umgehungsstraße verhält, hätte zunächst eventuell beim Siemens-Werk ein Kreisel entstehen müssen. Zudem waren das Baugebiet Kennedystraße und das Neubauprojekt des Wohnungsunternehmens an der Brentanostraße auf der Agenda. Nach deren Abschluss könne jetzt endlich mit dem Bau des Kreisverkehrs begonnen werden, sagt Mußemann und wird deutlich: "Das ist kein Versäumnis, sondern musste einfach so getaktet werden."
Für mehr Sicherheit
Froh ist der CSU-Fraktionsvorsitzende über den Beginn auch aus Gründen der Sicherheit. Immer wieder würden sich vor allem auswärtige Autofahrer am Ende der Sebastianstraße bei der Kirche falsch einordnen, denn eine Linksabbiegespur gibt es an dieser Stelle nicht. Außerdem: "Es ist eine der wenigen Kreuzungen in Amberg, an der noch ein Spiegel hängt." Wegen der Kirche seien die Sichtverhältnisse schwierig.
Durch den neuen Kreisverkehr könne der Verkehr künftig besser fließen, die Standzeiten würden reduziert. Ergänzend dazu teilt die Stadt mit, dass die Arbeiten voraussichtlich bis Ende des Jahres dauern werden.
Teils erhebliche Folgen für Busse
Der Bau des Kreisverkehrs an der Sebastianstraße hat laut einer Mitteilung des Zweckverbands Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) teils erhebliche Auswirkungen auf die Anbindung der Gebiete um die Kennedystraße (Linie 3). Wie es heißt, entfallen vorerst bis Ende Dezember die Haltestellen Zeppelin, Admiral-Scheer-, Steuben- und Dunantstraße. Die Haltestellenschilder werden abgedeckt. Die Umleitung erfolgt über die Köferinger und Stauffenbergstraße bis zum Kreisverkehr Stauffenberg-/Kennedystraße. Vor dem Kreisverkehr wird ersatzweise eine Haltestelle in der Stauffenbergstraße angelegt. Sie ist auch für die ausgelagerten Klassen der Wirtschaftsschule bestimmt. An dieser Stelle starten auch die sogenannten Verstärkerfahrten.
Als weitere Ersatzhaltestellen stehen die an der Justizvollzugsanstalt und an der Röntgenstraße zur Verfügung. Die Haltestellen Bodelschwingh- und Don-Bosco-Straße werden normal bedient. Die Linie 5 fährt stadtauswärts am Kreisverkehr an der JVA über die Hockermühlstraße und den Haager Weg nach Gailoh, stadteinwärts in umgekehrter Richtung. Die Haltestellen Zeppelin- und Admiral-Scheer-Straße entfallen auf der Linie 5. Als Ersatz wird etwa 50 Meter vor dem Kreisverkehr am Gefängnis eine Ersatzhaltestelle eingerichtet. Die Haltestelle am Iduna-Haus an der Albert-Schweitzer Schule wird über eine Umleitung bedient. Wörtlich heißt es: „Es wird zu Fahrzeitverlängerungen kommen. Auch auf der Folgefahrt zur Realschule.“
Die Abendfahrt der Linie 72 (Amberg-Ursensollen) führt ebenfalls über die Hockermühlstraße und den Haager Weg nach Ursensollen und zurück. Auch hier wird die Ersatz-Haltestelle Hockermühlstraße bedient, heißt es abschließend.













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