Mit Signallicht und Sirene rauscht die Feuerwehr Amberg vor das Gebäude. Gemächlich hingegen steigen die drei voll uniformierten Männer mit Leuchthelm aus. Der Klang des Tinnitus begann eine Minute vor der Show auf der Kleinkunstbühne im Amberger Kulturwerk. Der Feueralarm wurde durch einen technischen Fehler ausgelöst. Aber das wussten die Feuerwehrmänner selbstverständlich schon und widmeten sich ihrer Mission: Alarm abschalten.
"In vier Minuten", staunt Kai Oliver Borchers, kurz Kalibo. "Nein, drei! Wahnsinn, ihr wart ja schnell da! Können wir noch ein Selfie machen?" Der Zauberkünstler ist bereits auch als Kabarettist unter den Magiern bekannt und unterhält sein Publikum gekonnt während des Wartens. Begeistert erzählt er über sein Einchecken in die Fronfeste und die Ausstattung seiner Zelle mit Brot und Wasser. Authentisches Amberg.
Seine Tricks sind alte Hasen aus dem Hut, aber das ist nur der Anfang. Er baut darauf auf, setzt eine Überraschung hinterher, wiederholt es nochmal, damit es auch jeder verstehen kann, gefolgt von absoluter Verblüffung. Wie? Das Seil hat zwei Enden. Sein Seil jedoch drei, vier und am Ende gar keines. Eine große Schlaufe ohne Ende. Der typische Kartentrick: Kalibo reißt eine Ecke ab, gibt diese seiner Protagonistin, die das Stück Papier unter dem Rollkragen ihres Pullovers steckt, und nach dem Verschwindenlassen muss er eine Orange aufschneiden, um die Karte, die eben noch in seiner Hand lag, zum passenden Schnipsel zu fügen. Auch Siri, die Sprachassistentin, kommt zum Zuge. Wie macht er das? Diese Frage wird sich in der Abendvorstellung nach jedem Trick stellen.
Und immer wieder rieselt es orangefarbenes Konfetti - mit dramatischer Gestik und einem spitzbübischen Grinsen. "Zauberei", raunt Kalibo. So auch geschehen am folgenden Nachmittag, an dem er kleine Nachwuchs-Künstler begeistert. Kalibo findet die richtige Prinzessin, nicht auf der Erbse, sondern auf einer großen Karte, und unzählige unzuverlässige Zauberstäbe markieren sein tollpatschiges Dasein. Das Geschwisterpaar Luisa und Kilian lösen magisch ohne sein Wissen feste Knoten und sind genauso überrascht wie die anderen jungen Gäste. Gar unheimlich erschreckend ist der vierjährige Julian, der hupend Bänder verbindet und eigentlich nicht weiß, wie ihm geschieht. Er freut sich dennoch. Lachend und staunend. "Und jetzt", kündigt Kalibo an, "jetzt eine Hand auf den Rücken und eine Hand auf den Bauch. Verbeugen!" Tosender Applaus ist seine Bestätigung im Kulturwerk.

















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